Advent

Weihnachtsbaum an der Gedächtniskirche in Berlin

Im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung schrieb der griechische Schriftsteller und Biograph Plutarch: Der Wein ist unter den Getränken das nützlichste, unter den Arzeneien die schmackhafteste und unter den Nahrungsmitteln das angenehmste.

Die Weingilde wünscht ihren Freunden und Partnern einen angenehmen Advent, in dem die nützlichen und schmackhaften Getränke nicht fehlen.

Toskana-Spitzen

Die Verkostung begann mit einem Vino Nobile de Montepulciano. Ihm folgten zwei Brunello aus Montalcino. Die Demonstration des Potenzials der Rebsorte Sangiovese aus dem Herzen der Toskana rundete mit einer kaum zu greifenden Vielfalt von Aromen ein Wein aus dem Chianti Classico ab.

Probenfolge von Spitzenweinen aus der Toskana bei der Weingilde Bergstraße

Ganz anderen Charakter zeigte die beiden Weine, Ornellaia und Sassicaia aus Bolgheri, die aus Rebsorten, die aus dem Gebiet Bordeaux bekannt sind. gekeltet wurden. Ursprünglich als “Kopien” der französischen Vorbilder angelegt, bringen die Böden und das Klima im Gebiet Bolgheri Weine eigenständigen Charakters. Der Vergleich mit einem Duhart-Mullon-Rothschild aus Paulliac zeigte dies deutlich. Dieser Wein ergänzte das Duo aus Bolgheri deswegen, weil Marquis Rothschild seinem Freund Marquesi Rocchetta die Rebstöcke in der 1940er Jahren geliefert hatte.

Spitzenweine aus der Toskana

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Den Freunden der Weine aus der Toskana sind die Namen ein Begriff: Montepulciano, Montalcino und Bolgheri. Von dort kommen Weine, die zu den am höchsten bewerteten Tropfen vom italienische Stiefel gehören.

Montalcino und Montepulciano liegen rund 40 km südlich und südwestlich von Siena, Bolgheri liegt 10 km von der Küste des Tyrrhenischen Meeres an den Ausläufern der Colline Metallifere im Norden der Maremma.

Weinland bei Montepulciano

Die Rebsorte Sangiovese ist die rote Leitsorte in der Toscana. Sie prägt den Chianti Classico und mit ihren Spielarten Brunello die Weine aus Montalcino und Prugnole Gentile den Vino Nobile di Montepulciano. Dort, im Herzen der Toscana, findet die Rebe im eher trockenen Klima auf eher leichten kalk- und lehmhaltigen Böden ideale Wachstumsbedingungen. Ganz anders sind die Verhältnisse bei Bolgheri, wo mediterranes Klima vorherrscht und sandige und steinige Böden den Kreide-Untergrund überlagern. Sagiovese gedieh dort nicht so recht. So versuchte der damalige Eigentümer, Marchese Mario Incisa della Rocchetta, den Weinbau mit dem nicht zugelassenen Cabernet Sauvignon. Die Stöcke bekam er der Lengende nach von seinem Freund Rothschild aus Paulliac. Er pflanzte sie auf einem steinigen Hang, Sassicaia, wo sie prächtig gediehen. Später kamen in der Region Bolgheri Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot hinzu.

Weinfelder bei Bolgheri

Nach dem Niedergang des Weinbaus wegen der Reblaus-Katastrophe und der Folgen der Kriege wurde ab der 1960er Jahre wieder in den Weinbau investiert. Das Bewusstsein, dass nur Qualität nachhaltigen Erfolg verspricht, führte zu strikten Produktionsregeln, die durch speziell eingesetzte Konsortien überwacht werden. Montalcino und Montepulciano haben seit 1980 DOCG-Status. Bolgheri hat den Status DOC seit 1983 für Weißweine, für Rotweine gibt es diesen Status erst seit 1994. Zu der Zeit hatte der Sassicaia bereits internationalen Ruhm erlangt: Parker vergab für den Jahrgang 1985 100 Punkte! Der Ornellaia, ein Cuvée im Stil der Weine aus Bordeaux, steht im kaum nach.

Die Region Montalcino umfasst heute rund 2000 ha, in Montepulciano sind es rund 1300 und in Bolgheri 1000 ha. Die Weingilde hat sechs Spitzenweine aus den drei Regionen am Freitag, d. 15.11.2019, verkostet. Für alle Teilnehmer ein beeindruckendes Weinerlebnis.

Charakterisierung einzelner Jahrgänge in Montalcino

Quellen: Wikipedia, …weinrouten.de

Farben des Herbstes

Die Weinernte ist längst eingebracht. In den ersten Wochen des Oktober wurde die letzten roten Rebsorten hereingeholt, die weißen Rebsorten waren spätestens in den letzten Wochen des September reif. Die Vegetationsperiode ist beendet, die Blätter der Reben färben sich rot und gelb. Ein farbfroher Anblick, wenn in den eher trüben Novembertagen die Sonne die Weinberge zum Leuchten bringt.

leuchtendes Herbstlaub der Weinberge zwischen Bensheim und Heppenheim

Die Erntemenge 2019 liegt Bundesdurchschnitt der letzten Jahre, so schreibt es das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Gegenüber dem mengenmäßig starken Jahrgang 2018 sei ein Rückgang von gut 10 % zu verzeichnen. Dabei entfallen rd. 65 % auf Weißmost und 35 % auf Rotmost.

Bei den einzelnen Rebsorten fallen die Rückgänge der Erntemengen unterschiedlich aus. Deutlich weniger brachte der Riesling mit -15 % ( 1,94 Mio hl), Grauer Burgunder und Müller-Thurgau -20 %, Weißer Burgunder -14 %. Erstaunlich ist, dass der Grüne Silvaner einen leichten Zuwachs von vielleicht 3 % verzeichnet. Bei den Rotweinen hat es einen Rückgang von 5 – 7 % gegeben.

An der Hessischen Bergstraße dürfte der Rückgang der Erntemengen in ähnlicher Größe liegen, vielleicht sogar etwas stärker sein. Es gibt Weinbauern, die von der geringsten Menge seit langem sprechen.

Weine von der Urlaubsinsel Mallorca

Für Urlauber ist die Insel eins der liebsten Ziele. Doch auch für Liebhaber spanischer Weine rückt Mallorca immer mehr in den Blickpunkt. Seit gut 30 Jahren ist dank der Initiativen traditionsverbundener Winzer viel in den Weinbau investiert und Fachverstand aufgebaut worden, so dass sich Mallorca zu einer ernst zu nehmenden Region spanischer Weine entwickelt hat.

Es gibt viele Gründe für den Niedergang des Weinbaus auf Mallorca im 20. Jahrhundert: . zuerst die Reblaus, die später als sonst überall in Europa Ende des 19. Jahrhunderts nach Mallorca kam, dann die Wirren des Bürgerkrieges, der den Anbau anderer Lebensmittel als Wein notwendig machte, sowie der aufkommende Tourismus, der bessere Verdienstmöglichkeiten im Hotel- und Gaststättengewerbe brachte. Dabei hat Mallorca eine rund 2.500 Jahre lange Tradition im Weinbau, die wohl bis in die Zeit der Phönizier zurück reicht. Große Bedeutung erreichte der mallorquinische Wein in römischer Zeit. Plinius der Ältere schrieb im 1. Jahrhundert n. Chr., dass die Weine von den Balearen sich mit den besten aus Italien messen können. Selbst in der rund 300 Jahre dauernden Herrschaft der Mauren ist wohl weiterhin Wein getrunken worden. Nach der Eroberung der Insel durch die Katalanen im 13. Jahrhundert entwickelte sich der Weinbau auf Mallorca zu einem der stärksten Wirtschaftszweige für die Inselbewohner.

Weinterrassen auf Mallorca – Quelle: Mallorca Experte, Las Islas Reisen

Heute sind auf Mallorca rund 2.500 ha bestockt. Die Böden sind überwiegend kalkhaltig, mit viel Gestein durchsetzt, locker. Das Klima ist mediterran mild mit bis zu 2.800 Sonnenstunden pro Jahr. Die Niederschläge, meist heftig und überwiegend im Herbst, summieren sich auf etwa 450 mm pro Jahr. Allerdings ist die Luft wegen des Meeres immer feucht. Gegen kalte Seewinde von Norden schützt die Gebirgskette Serre de Tramuntana.

Auf Mallorca sind drei Weinanbaugebiete benannt. Zentral auf der Insel liegt Binissalem, das 1991 den DO-Status bekam. Im östlichen Bereich der Insel liegt Pla i Llevant. Als Weinregion ist sie seit 1999 DO. Hinzu kommt Tramuntana im Nordwesten. DO (Denominatión de Origin Controllada) entspricht etwa dem deutschen QbA oder italienischen IGT. Die Weinkontrolle überwacht die Qualitätsvorgaben und nimmt auch die sensorische Prüfungen vor. Die Weine Mallorcas ausserhalb der DO dürfen sich “Vi de terra Mallorca” nennen, wenn die Trauben auf der Insel gewachsen sind und die Weine auch dort abgefüllt wurden. Das entspricht etwa dem deutschen Landwein.

Neben den bekannten internationalen Sorten kultivieren die Winzer eine Reihe von Rebsorten, die bereits im Mittelalter auf Mallorca heimisch waren. Zu nennen sind Prensal Blanc und die roten Sorten Manto Negro, Callet und Fogoneu.

Die Weingilde wird sich am Freitag, dem 18. Oktober 2019, mit Weinen aus Mallorca beschäftigen. Mit im Boot ist Herr Bodo Bonifer, der auf der Bahnhofstraße in Bensheim das Geschäft Cerdo Negro mit mallorquinischen Spezialitäten führt.

Quellen: Cerdo Negro, weinland-mallorca.com, Mallorca Experte – Las Islas Reisen, Wikipedia

Weingilde zu Gast beim Weingut Götzinger

Wie vor fünf Jahren sollte es ein entspannter Abend in den Weinbergen oberhalb von Bensheim-Zell werden. Doch das ungemütliche Wetter machte dem einen Strich durch die Rechnung. So saß die Verkostungsgemeinde warm und trocken in der Weinstube. Obwohl er durch die Weinlese stark gefordert war, ließ es sich Walter Götzinger nicht nehmen, den Mitgliedern und Gästen der Weingilde einige Spezialitäten aus seinerm Portfolio vorzustellen.

An der Bergstraße selten zu finden ist der Schwarzriesling, der als Pinot Meunier einer der Grundweine des Champagner ist. Götzinger bringt ihn mit Fruchtnoten, die an dunkle Beeren erinnern, ins Glas. Ein Höhepunkt seiner roten Sorten ist der Cabernet Mithos, ein Wein mit tiefdunkler Farbe und kräftigen Gerbstoffen, der selten sortenrein ausgebaut und meistens zum “Färben” anderer Rotweine genommen wird.

In der Folge der weißen Weine zeigten sich Silvaner, Grauburgunder und Chardonnay aus dem Jahr 2018 von ihrer besten Seite. Die jeweiligen sortentypische Aromen wurden von den hohen Alkoholgehalten dieses Jahrganges nicht dominiert. Gerade den Weinen aus der Familie der Burgunder ist das 2018’er Wetter gut bekommen. Ein besonderer Genuß war der trockene Kerner. Die einst sehr beliebte Rebsorte ist in Deutschland im Anbau stark zurück gegangen. Der dem Riesling ähnliche Wein mit frischen Fruchtnoten von Walter Götzinger ließ Bedauern aufkommen, dass die Weinfreunde nach solchem Wein inzwischen lange suchen müssen.

Mit einem herzlichem Applaus bedankte sich die Verkostungsgemeinde bei Walter Götzinger für die mit Empathie vorgetragene Präsentation seines Weingutes.

Carolin Hillenbrand ist Deutsche Weinprinzessin

Die 71. Deutschen Weinkönigin heißt Angelika Vogt. Sie kommt von der Nahe. Am 25. September 2019 stellten sich sechs junge Damen im Finale in Neustadt an der Weinstraße den Juroren. Mit dabei war auch Carolin Hillenbrand von der Hessischen Bergstraße. Die Jury wählte sie zusammen mit Julia Sophie Böcklen aus Württemberg zur Deutschen Weinprinzessin. Die beiden Prinzessinnen unterstützen die Weinkönigen bei ihren vielfältigen Aufgaben als Repräsentantin des deutschen Weins.

Carolin mit Angelina Vogt (Mitte) und Julia Sophie Böcklen

Die Weingilde Bergsitraße gratuliert den drei Weinmajestäten ganz herzlich. Sie wünscht ihnen unvergessliche Begegnungen mit Weinfreunden aus aller Welt und ein erfolgreiches Wirken für den deutschen Wein.

Quelle: Deutsches Weininstitut

Sommerfest der Weingilde

Mehr Sommer konnte gar nicht sein, beim Sommerfest der Weingilde am vergangenen Samstag, dem 24. August 2019. Eine gesellige Runde traf sich in Bensheim-Schönberg zum angeregten Gespräch zu allen Themen rund um den Wein. – Besonderer Gast war Sebastian Kühnert vom Alsbacher Weingut Kühnert, das rund 2 ha Weinberge im Alsbacher Schöntal bewirtschaftet. Herr Kühnert stellte seinen Roten Riesling aus dem Jahr 2017 vor. Den Wein hat Sebastian Kühnert zum Teil im Halbstückfass ausgebaut und mit dem Teil, der im Edelstahlfass reifte, zu einem Cuvée gestaltet, dem das Holzfass anzumerken ist, der dennoch frisch und schlank auftritt.

Weingilde Sommerfest

Jana Petermann ist die neue Bergsträßer Weinkönigin

Aus Groß-Umstadt, der Odenwälder Weininsel, kommt die neue Bergsträßer Weinkönigin Jana Petermann, die bis Ende Juni 2020 den Bergsträßer Wein repräsentieren wird. Jana ist von klein auf dem Wein verbunden, denn seit Generationen betreibt die Familie Petermann Weinbau und bewirtschaftet heute Flächen in den Lagen Umstädter Steingerück und Umstädter Herrenberg. Ihr Urgroßvater war Gründungsmitglied der Odenwälder Winzergenossenschaft, heute “Vinum Autmundis”.

Foto: Manfred Berg

Jana Petermann ist 22 Jahre alt. Sie studiert Romanistik und Betriebswirtschaftslehre in Frankfurt. Doch Wein ist ihre Leidenschaft: sie hat mehrere Monate als Praktikantin in Weinkellereien gearbeitet und trägt noch bis Mitte September 2019 die Krone als Umstädter Weinkönigin. Die Krone der Bergsträßer Weinkönigin hat ihr die scheidende Weinkönigin Carolin Hillenbrand beim Festakt zur Eröffnung des Winzerfestes in Bensheim am 31. August 2019 aufs Haupt gesetzt.

Quelle: Bergsträßer Anzeiger

Rekordhitze an der Bergstraße

In der letzten Juliwoche, am 25. Juli 2019, hat es mit mehr als 40 °C einen Hitzerekord an der Hessischen Bergstraße gegeben. Das hat in den Weinbergen an den jungen Trauben zum Teil zu großen Schäden geführt. Die Beeren, die schon mit Saft gefüllt und der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt waren, wurden regelrecht “aufgekocht”: Dampfbildung, hoher Innendruck, Aufplatzen der Beeren und Verdampfen des Saftes. Braune, eingeschrumpelte Beeren blieben übrig.

geschädigte Trauben im Bensheimer Kirchberg

Dort, wo die Beschattung durch Blätter noch vorhanden war und wo es noch etwas Luftbewegung gab, haben die Beeren die hohen Temperaturen überstanden.

weitgehend gesunde Beeren im Bensheimer Kirchberg

Quelle: Mitteilung Nr. 12 vom Dezernat Weinbau beim RP Darmstadt