Online-Weinprobe

Lebhaft ging es zu bei der ersten online-Weinprobe, die die Weingilde für ihre Mitglieder organisierte. 30 Teilnehmer fanden sich am Samstag, d. 16. mai 2020, vor ihren Bildschirmen am heimischen Computer zusammen, um vier weiße Burgunderweine des Jahrganges 2019 von der Hessischen Bergstraße zu verkosten. Zwei Weißburgunder, ein Grauburgunder und ein Auxerrois, die zentral eingekauft und an die Teilnehmer der Schalte verteilt worden waren, kamen in die Gläser und wurden intensiv besprochen.

Weine für die erste online-Weinprobe der Weingilde

Für die meisten der Mitglieder der Weingilde war eine derartige Verkostung Neuland. Organisiert und moderiert wurde die Schalte von Conny und Robert Eberle, die routiniert durch den Abend führten. – Die Weinauswahl knüpfte an die Verkostung von Burgunderweinen von der Hessischen Bergstraße des Jahrganges 2018 an. Übereinstimmend wurde auch jetzt wieder festgestellt, dass die Burgunderreben mit dem warmen und trockenen Wetter recht gut zurecht kommen.

Obwohl die persönliche Nähe und das Gepräch von Nachbar zu Nachbar fehlte, gab es insgesamt nur positive Stimmen. Eine Wiederholung wurde angeregt.

Riesling vor 585 Jahren erstmals urkundlich erwähnt

Die längste Erfahrung mit dem Anbau von Riesling dürfte der Rheingau haben. Das jedenfalls lässt sich aus einer Urkunde schließen, die im Staatsarchiv Marburg liegt. Es ist eine Rechnung, datiert vom 13. März 1435, die der Amtmann Klaus Kleinfisch im Dienste der Grafen von Katzenelnbogen mit Sitz in Rüsselsheim unterzeichnete für die Lieferung von Riesling Setzreben für einen neuen Weinberg. Aus der Rechnung über 22 Schilling geht nicht hervor, woher die Setzlinge kamen und wo sie gepflanzt wurden.

Der Riesling ist eine natürliche Kreuzung aus Weißem Heunisch und Traminer. Woher er stammt, ist unbekannt. Es wird vermutet, dass er schon zur Zeit der Römer in den gemanischen Weinbauregionen bekannt war, Jahrhunderte vor der erste urkundlichen Erwähnung. Die Regionen an Rhein und Mosel eignen sich gut für diese langsam reifende Rebsorte, die sonnige Herbsttage braucht, um ihre spezifischen Fruchtaromen von Pfirsich, Apfel, Aprikose und Zitrus voll entwickeln zu können. Rieslingweine sind von prägnanter Säure, die die Weine rassig, herzhaft bis elegant erscheinen lässt.

Weinbau in Deutschland ist ohne Riesling undenkbar. Weltweit wachsen hier rund 40 % aller Rieslinge. Von den rd. 103.000 ha Rebfläche in Deutschland sind gut 24.000 ha (24 %) mit Riesling bestockt. Je nach Standort, geprägt von der Art des Bodens und des Kleinklimas, entwickeln die Weine ihre charakteristisches Aromenprofile. Sie reichen von voller reifer Frucht, beispielsweise vom Lössboden, über eher filigrane Weine, die auf steinigem Verwitterungsboden wachsen, bis hin zu den mineralisch schmeckenden Weinen von felsigen Standorten.

Quellen: DWI-Deutsches Weininstitut, Taschenbuch der Rebsorten, Hochheimer Zeitung

Cava – Schaumwein aus Katalonien

Nachdem im 17. Jahrhundert in der Champagne entdeckt wurde, dass schäumende Weine besondere Geschmackserlebnisse bringen, entwickelte sich der Champagner zu einem Getränk für Könige und hochgestellte Würdenträger. Er gilt als das festlichste aller Getränke.

In allen Weinbauregionen begannen die Winzer ebenfalls mit der Herstellung schäumender Weine. Zwar wurde der Name “Champagner” geschützt, doch die Hersteller von Spumante, Crémant, Vin Mousseux, Cava und Winzersekt nutzen das “traditionelle” aus der Champagne bekannte Verfahren, entwickelten es entsprechend der Philosophie der jeweiligen Häuser weiter und kamen zu Getränken, die anders als Champagner schmecken, in der Qualität diesem aber nicht nachstehen.

Im spanischen Katalonien wurde der Cava erstmals Mitte des 19. Jahrhundert produziert. “Cava” ist der Name für einen unterirdisch angelegten Keller, in dem die schäumenden Weine bei nahezu gleich bleibenden Temperaturen lagern und reifen. Insgesamt 159 Gemeinden in Spanien sind für die Herstellung von Cava zugelassen, doch der Schwerpunkt liegt in Penedès, einer Weinbauregion westlich von Barcelona. Aus Penedès kommen rund 98 % der Produktion von Cava. Und in Penedès gibt es den Ort Sant Saturni d’Anoia, knapp 13.000 Einwohner, in dem wohl 200 Cava Hersteller ihren Sitz haben, die etwa 75 % aller Cavas produzieren. Ähnlich wie in der Champagne gibt es dort Kreide- und Kalkgestein, in deren Untergrund die Reifekeller gegraben wurden.

Cavas werden vornehmlich aus den in Katalonien heimischen Rebsorten Xarel-Lo, Parellada und Macabeo hergestellt. Xarel-Lo bringt Körper und Alkohol sowie die goldgelbe Farbe. Parellada steuert Länge und Eleganz bei und Macabeo die Fülle exotischer Aromen. Inzwischen sind auch Chardonnay, Garnatxa, Monastrell, Trepat und Pinot Noir als Ergänzung zu den klassischen Trauben zugelassen.

Cavas und Sekt für die festliche Weinprobe bei der Mitgliederversammlung der Weingilde

Bei ihrer Mitgliederversammlung am 13. März 2020 wird die Weingilde festliche Cavas und einen Sekt von der Hessischen Bergstraße verkosten und damit auf die Amtszeit des dann neu gewählten Vostandes anstoßen.

Quelle: Wikipedia, Zeitung für Obst- und Weinbau in der Schweiz Nr.11/01

Weinland Rumänien

Schon 6000 Jahren soll in der Region des heutigen Rumänien die Erzeugung und die Lagerung von Wein bekannt gewesen sein. Die archäologischen Funde bringen Rumänien in die Reihe der ältesten Weinbauländer Europas. Einen ersten Höhepunkt rumänischen Weinbaus brachten die als Siebenbürger Sachsen bezeichneten Siedler, die vornehmlich von der Mosel, aus Luxemburg und dem Elsaß einwanderten. Sie kultivierten die fruchtbaren Böden im klimatisch bevorzugten Karpartenbogen. Im habsburgischen Reich des 18. Jahrhunderts erlangte rumänischer Wein besondere Wertschätzung, als die von Maria Theresia ins Banat und in die Walachei gebrachten Siedler aus dem heute süddeutschen Raum dem Weinbau besonderes Augenmerk widmeten. In der kommunistischen Zeit ging vieles davon verloren, als eher auf Masse statt auf Klasse gesetzt wurde.

Nach dem Beitritt Rumäniens zur Europäischen Union stiegen die Ansprüche an die Qualität der Weinerzeugung. Neben den international bekannten Rebsorten werden insbesondere die tradierten autochthonen Reben kultiviert. Feteasca Alba (Weiße Mädchentraube), Feteasca Regala und Cramposie sind die führenden Vertreter bei den weißen Weinen, Feteasca Neagra (Schwarze Mädchentraube), Babeasca Neagra und Busuioca de Bohotin bei den roten.

Kapelle in rumänischem Weinberg

Heute hat Rumänien rund 225.000 ha Rebfläche, die sich im Wesentlichen auf die drei DOC-Gebiete Siebenbürgen, Moldau und Walachei aufteilen. Dort herrschen unterschiedliche klimatische Verhältnisse. In Siebenbürgen sind die maritimen Westwinde noch spürbar, der Karpartenbogen schützt die Region aber vor Nord- und Ostwinden. Aus Siebenbürgen kommen hauptsächlich fruchtig aromatische Weißweine. Im Osten der Karparten liegt die Region Moldau, in der kontinentales Klima vorherrscht. Hier wachsen kräftige Rot- und Weißweine. Eine Spezialität ist die Rebsorte Grasa, aus der vollmundige, alkoholstarke Weine (seit mehr als 600 Jahren in Cotnari) gekeltert werden, die dem Tokaier vergleichbar sind. In der Walachei ist das Klima mediterran geprägt. Dort entstehen vornehmlich Rotweine, die sich vom Stil her mit den Weinen aus dem Mittelmeerraum vergleichen lassen.

Quellen: Wikipedia, rumaenischeradventskalender.de, magazin.vinexus.de

Spitzenweine aus der Toskana

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Den Freunden der Weine aus der Toskana sind die Namen ein Begriff: Montepulciano, Montalcino und Bolgheri. Von dort kommen Weine, die zu den am höchsten bewerteten Tropfen vom italienische Stiefel gehören.

Montalcino und Montepulciano liegen rund 40 km südlich und südwestlich von Siena, Bolgheri liegt 10 km von der Küste des Tyrrhenischen Meeres an den Ausläufern der Colline Metallifere im Norden der Maremma.

Weinland bei Montepulciano

Die Rebsorte Sangiovese ist die rote Leitsorte in der Toscana. Sie prägt den Chianti Classico und mit ihren Spielarten Brunello die Weine aus Montalcino und Prugnole Gentile den Vino Nobile di Montepulciano. Dort, im Herzen der Toscana, findet die Rebe im eher trockenen Klima auf eher leichten kalk- und lehmhaltigen Böden ideale Wachstumsbedingungen. Ganz anders sind die Verhältnisse bei Bolgheri, wo mediterranes Klima vorherrscht und sandige und steinige Böden den Kreide-Untergrund überlagern. Sagiovese gedieh dort nicht so recht. So versuchte der damalige Eigentümer, Marchese Mario Incisa della Rocchetta, den Weinbau mit dem nicht zugelassenen Cabernet Sauvignon. Die Stöcke bekam er der Lengende nach von seinem Freund Rothschild aus Paulliac. Er pflanzte sie auf einem steinigen Hang, Sassicaia, wo sie prächtig gediehen. Später kamen in der Region Bolgheri Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot hinzu.

Weinfelder bei Bolgheri

Nach dem Niedergang des Weinbaus wegen der Reblaus-Katastrophe und der Folgen der Kriege wurde ab der 1960er Jahre wieder in den Weinbau investiert. Das Bewusstsein, dass nur Qualität nachhaltigen Erfolg verspricht, führte zu strikten Produktionsregeln, die durch speziell eingesetzte Konsortien überwacht werden. Montalcino und Montepulciano haben seit 1980 DOCG-Status. Bolgheri hat den Status DOC seit 1983 für Weißweine, für Rotweine gibt es diesen Status erst seit 1994. Zu der Zeit hatte der Sassicaia bereits internationalen Ruhm erlangt: Parker vergab für den Jahrgang 1985 100 Punkte! Der Ornellaia, ein Cuvée im Stil der Weine aus Bordeaux, steht im kaum nach.

Die Region Montalcino umfasst heute rund 2000 ha, in Montepulciano sind es rund 1300 und in Bolgheri 1000 ha.

Charakterisierung einzelner Jahrgänge in Montalcino

Quellen: Wikipedia, …weinrouten.de

Sommerfest der Weingilde

Mehr Sommer konnte gar nicht sein, beim Sommerfest der Weingilde am vergangenen Samstag, dem 24. August 2019. Eine gesellige Runde traf sich in Bensheim-Schönberg zum angeregten Gespräch zu allen Themen rund um den Wein. – Besonderer Gast war Sebastian Kühnert vom Alsbacher Weingut Kühnert, das rund 2 ha Weinberge im Alsbacher Schöntal bewirtschaftet. Herr Kühnert stellte seinen Roten Riesling aus dem Jahr 2017 vor. Den Wein hat Sebastian Kühnert zum Teil im Halbstückfass ausgebaut und mit dem Teil, der im Edelstahlfass reifte, zu einem Cuvée gestaltet, dem das Holzfass anzumerken ist, der dennoch frisch und schlank auftritt.

Weingilde Sommerfest

Burgunderweine des Jahrganges 2018

Das warme und trockene Jahr 2018 hat das Wachstum und die Fruchtreife von Burgunderreben bevorzugt. Die Burgunder stellen hohe Ansprüche an die Lage, warm soll sie sein, mit hoher Sonneneinstrahlung. Der Boden soll locker, fruchtbar und tiefgründig, ausreichend feucht, aber nicht zu feucht sein. Die Trauben reifen mittelspät bis spät.

Der Blaue Spätburgunder – Pinot Noir – gehört zu den ältesten kultivierten Reben. Vermutlich stammt er aus dem Niltal. Er begleitete die Siedlungen der Phönizier, Griechen und Römer. Im Burgund kann er bis ins 4. Jahrhundert zurück verfolgt werden. Im 9. Jahrhundert brachte ihn der karolingische Kaiser Karl III. an den Bodensee und ab dem 13. Jahrhundert war er im Rheingau heimisch. Der Blaue Spätburgunder gilt als der Urvater aller Burgunderreben. Er neigt zu spontanen Mutationen, aus denen nach und nach Rebsorten entstanden sind, die in der Weinwirtschaft nicht mehr wegzudenken sind: Pinot Meunier (Schwarzriesling, Müllerrebe), Frühburgunder, Grauer Burgunder, Weißer Burgunder, Chardonnay und Auxerrois .

Grauburgunder

Auch an der Hessischen Bergstraße war das Jahr 2018 ein besonders gutes für die Burgunder. Für die Weingilde ist das Anlass, dem “Auftritt” dieser Weine ein Verkostungsseminar zu widmen. Es werden insgesamt 11 Weine von 11 Winzern an der Hessischen Bergstraße in die Gläser kommen. Das Seminar wird am 28. Juni 2019 im Dalberger Hof in Bensheim stattfinden.

Gäste sind willkommen, soweit bei der begrenzten Zahl der Teilnehmer Plätze frei sind. Die Anmeldung ist über diese homepage möglich.

Quellen: Deutsches Weininstitut, Taschenbuch der Rebsorten, Weinlexikon

Neuseeland, die Südinsel

Als Weinland ist Neuseeland ganz jung. Zwar verweisen Quellen auf das Jahr 1819, in dem Siedler Weinstöcke nach Neuseeland gebracht haben sollen, um den Wein vornehmlich zu liturgischen Zwecken zu nutzen. Doch es sollte bis in die 1970er Jahre dauern, bis erkannt wurde, dass Böden und Klima für den Erwerbsweinbau bestens geeignet sind. Aus Europa kamen Reben, anfänglich Müller-Thurgau, doch bald wurden Chardonnay und insbesondere Sauvignon Blanc die wichtigsten weißen Rebsorten in Neuseeland. Bei den roten ist es der Pinot Noir. Die größte Weinregion in Neuseeland ist Marlborough im Nordosten der Südinsel. Mit rund 25.000 ha ist sie etwa so groß wie die Pfalz. Der Wein wächst im Flußtal des Wairau River, der von Südwest nach Nordost fließt und zusammen mit einigen kleineren Flüssen ein Tal von mehr als 6 km Breite aufgefüllt hat. Den Boden bildet angeschwemmtes Geröll, Sand und auch kalkhaltiges Sediment, ehemaliger Meeresboden. Nach Nordwest schirmt eine Bergkette die Region ab. Niederschläge gibt es 600 – 700 mm pro Jahr. Noch zu Marlborough zählt das etwas südlicher gelegene Tal am Awatere River.

Marlborough, im Weingut Cloudy Bay

Rund 75 % der neuseeländischen Weine kommen aus Marlborough. Und mehr als 70 % der Fläche dort sind mit der Erfolgssorte Sauvignon Blanc bestockt. – Der Weinbau hat sich inzwischen zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt: etwa drei Viertel der Produktion gehen in den Export. Klein, aber fein, sind neben dem “Riesen” Marlborough die anderen Weinbaugebiete auf Neuseelands Südinsel. Etwa 100 km westlich von Marlborough liegt an der Nordküste die Region Nelson mit knapp 1.000 ha. An der Ostküste nach Süden liegt nördlich von Christchurch die Region Canterbury mit dem Waipara Valley. Südlich von Christchurch liegt im Schatten der Neuseeländischen Alpen auf 200 – 450 m Höhe Central Otago, eine Region, die sich zur Ostküste im Waitaki Valley fortsetzt.

Centra Otago gilt als das südlichste Weinbaugebiet der Welt. Es ist eine Region mit starken klimatischen Schwankungen, die von – 20 °C bis + 38 °C reichen können. Im Sommer ist es mit 400 – max. 700 mm Niederschlag recht trocken. Mit mehr als 2.000 Sonnenstunden pro Jahr eignet sich die Region insbesondere für Pinot Noir. Diese Rebe steht auf etwa 80 % der Anbaufläche.

Rebflächen in Cetral Otago

Die Weingilde unternimmt am 12. April 2019 eine “virtuelle” Weinreise auf die Südinsel Neuseeland. Weine aus allen Anbaugebieten werden verkostet.

Quellen: nzwine.com, Wikipedia, lonely planet

Oranger Wein

Eine neue Farbe für Weine neben weiß, rot und allen Schattiereungen von rosa? Neu sicherlich nicht, aber seit vielleicht 3 Jahrzehnten wieder entdeckt. Die Farbe zeigt sich, wenn Beeren von Weißweinsorten auf der Maische vergären und ähnlich, wie es bei Rotweinen üblich ist, verarbeitet werden.

Das ist wohl die älteste Technik der Weinbereitung. Funde in Georgien aus dem 4. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung belegen das. Noch heute spielt dieses Verfahren in Georgien eine wesentliche Rolle. Speziell für die Weinbereitung gefertigte Tongefäße, Qvevri genannt, werden mit der Maische gefüllt und im Boden eingelassen mehrere Monate bis zur Reife gelagert.
Zu Beginn des 20sten Jahrhunderts hat es die Technik der Maischevergärung von weißen Weinbeeren auch noch in Deutschland gegeben. Insbesondere dickschalige Beeren, z.B. vom Silvaner, wurden oft schon im Weinberg gemahlen und erst am nächsten Tag gepresst. Erst die Veränderung des Geschmacks der Verbraucher hin zu jungen, frischen Weinen zwang die Weinmacher zu den heutigen Kellertechniken, mit denen die unkontrolliert einsetzende Gärung und die offene Maische als Quelle der Oxidation im Sinne der Erzeugung von Qualitätsweinen ausgeschlossen wurden.
Heute wird von den Weinmachern, die die Maischevergärung einsetzen, auch moderne Kellertechnik im weiteren Verlauf der Weinbereitung genutzt. Wieviele Elemente von alten und neuen Verfahrensschritten miteinander kombiniert werden, um Orangenen Wein zu bereiten, entscheidet der Kellermeister. Das gilt auch für den Einsatz oder den Verzicht von Schwefel. Unverzichtbar ist jedoch, dass besonders gesundes Lesematerial in die Maische kommt. Je nach gewählter Technik werden die Orangenen Weine mehr oder weniger oxidativ. Aber alle haben ein komplexes Aromenspiel.
Eine weinrechtliche Regelung über Orangene Weine gibt es nicht. Sie werden als Landweine in den Verkehr gebracht. In der Regel tragen sie keine Amtliche Prüfnummer.
Die Weingilde wird sich mit Orangenen Weinen am 16. November 2018 befassen. Vorgestellt werden Weine aus Franken, von der Mosel und aus der Pfalz. Als Überraschung wird auch die Hessische Bergstraße vertreten sein. Aus Kirchheim in der Pfalz wird Volker Benzinger anreisen, um seine Kreationen vorzustellen. – Gäste, die an der Präsentation teilnehmen wollen, werden gebeten, sich anzumelden. Eine Bestätigung oder eine Absage, falls die Veranstaltung ausgebucht ist, erfolgt per mail.

Quellen: Weingut Benzinger, Wikipedia, webweinschule.de

Weinlage Lump in Escherndorf

Escherndorf, ein Ortsteil der Stadt Volkach, liegt östlich des Volkacher Stadtgebietes an der als Altmain bezeichneten Volkacher Mainschleife. Der Main hat aus dem hier anstehenden Muschelkalk einen Talkessel geformt, der sich nach Süden öffnet. Im weiten Bogen umschließt der Höhenrücken Escherndorf. An der Hangkante oben thront die Vogelsburg, ein ehemals karolingisches Hofgut, das durch Schenkung an die Bonifatiusabtei in Fulda kam. In der Schenkungsurkunde werden auch Weinberge genannt. Die Historiker gehen davon aus, dass der Weinbau bereits im  7. Jahrhundert von fränkischen Siedlern mitgebracht wurde.

Als Weinlage wurde der “Lump” erstmals 1655 erwähnt. Die Rebzeilen ziehen sich den Steilhang hoch. Der Berg schützt vor kalten Nord- und Nordostwinden. Heute umfasst der “Lump” etwa 25 ha (andere Quellen sprechen von mehr als 30 ha). Die Lage ist VDP-klassifiziert und gilt als eine der besten Frankens. Sie ist ausschließlich mit Weißweinsorten bestockt.
Die Weingilde will die Weine vom Escherndorfer Lump in einem Sensorikseminar am 19. Oktober 2018 kennen lernen. Silvaner und Rieslinge desselben Jahrgangs und derselben Qualitätsstufe, aber von unterschiedlichen Weinbauern stehen zur Verkostung bereit. Wird es möglich sein, eine einheitliche Prägung des Bodens in den verschiedenen Weinen zu erschmecken?