Weine von der Urlaubsinsel Mallorca

Für Urlauber ist die Insel eins der liebsten Ziele. Doch auch für Liebhaber spanischer Weine rückt Mallorca immer mehr in den Blickpunkt. Seit gut 30 Jahren ist dank der Initiativen traditionsverbundener Winzer viel in den Weinbau investiert und Fachverstand aufgebaut worden, so dass sich Mallorca zu einer ernst zu nehmenden Region spanischer Weine entwickelt hat.

Es gibt viele Gründe für den Niedergang des Weinbaus auf Mallorca im 20. Jahrhundert: . zuerst die Reblaus, die später als sonst überall in Europa Ende des 19. Jahrhunderts nach Mallorca kam, dann die Wirren des Bürgerkrieges, der den Anbau anderer Lebensmittel als Wein notwendig machte, sowie der aufkommende Tourismus, der bessere Verdienstmöglichkeiten im Hotel- und Gaststättengewerbe brachte. Dabei hat Mallorca eine rund 2.500 Jahre lange Tradition im Weinbau, die wohl bis in die Zeit der Phönizier zurück reicht. Große Bedeutung erreichte der mallorquinische Wein in römischer Zeit. Plinius der Ältere schrieb im 1. Jahrhundert n. Chr., dass die Weine von den Balearen sich mit den besten aus Italien messen können. Selbst in der rund 300 Jahre dauernden Herrschaft der Mauren ist wohl weiterhin Wein getrunken worden. Nach der Eroberung der Insel durch die Katalanen im 13. Jahrhundert entwickelte sich der Weinbau auf Mallorca zu einem der stärksten Wirtschaftszweige für die Inselbewohner.

Weinterrassen auf Mallorca – Quelle: Mallorca Experte, Las Islas Reisen

Heute sind auf Mallorca rund 2.500 ha bestockt. Die Böden sind überwiegend kalkhaltig, mit viel Gestein durchsetzt, locker. Das Klima ist mediterran mild mit bis zu 2.800 Sonnenstunden pro Jahr. Die Niederschläge, meist heftig und überwiegend im Herbst, summieren sich auf etwa 450 mm pro Jahr. Allerdings ist die Luft wegen des Meeres immer feucht. Gegen kalte Seewinde von Norden schützt die Gebirgskette Serre de Tramuntana.

Auf Mallorca sind drei Weinanbaugebiete benannt. Zentral auf der Insel liegt Binissalem, das 1991 den DO-Status bekam. Im östlichen Bereich der Insel liegt Pla i Llevant. Als Weinregion ist sie seit 1999 DO. Hinzu kommt Tramuntana im Nordwesten. DO (Denominatión de Origin Controllada) entspricht etwa dem deutschen QbA oder italienischen IGT. Die Weinkontrolle überwacht die Qualitätsvorgaben und nimmt auch die sensorische Prüfungen vor. Die Weine Mallorcas ausserhalb der DO dürfen sich “Vi de terra Mallorca” nennen, wenn die Trauben auf der Insel gewachsen sind und die Weine auch dort abgefüllt wurden. Das entspricht etwa dem deutschen Landwein.

Neben den bekannten internationalen Sorten kultivieren die Winzer eine Reihe von Rebsorten, die bereits im Mittelalter auf Mallorca heimisch waren. Zu nennen sind Prensal Blanc und die roten Sorten Manto Negro, Callet und Fogoneu.

Die Weingilde wird sich am Freitag, dem 18. Oktober 2019, mit Weinen aus Mallorca beschäftigen. Mit im Boot ist Herr Bodo Bonifer, der auf der Bahnhofstraße in Bensheim das Geschäft Cerdo Negro mit mallorquinischen Spezialitäten führt.

Quellen: Cerdo Negro, weinland-mallorca.com, Mallorca Experte – Las Islas Reisen, Wikipedia

Weingilde zu Gast beim Weingut Götzinger

Wie vor fünf Jahren sollte es ein entspannter Abend in den Weinbergen oberhalb von Bensheim-Zell werden. Doch das ungemütliche Wetter machte dem einen Strich durch die Rechnung. So saß die Verkostungsgemeinde warm und trocken in der Weinstube. Obwohl er durch die Weinlese stark gefordert war, ließ es sich Walter Götzinger nicht nehmen, den Mitgliedern und Gästen der Weingilde einige Spezialitäten aus seinerm Portfolio vorzustellen.

An der Bergstraße selten zu finden ist der Schwarzriesling, der als Pinot Meunier einer der Grundweine des Champagner ist. Götzinger bringt ihn mit Fruchtnoten, die an dunkle Beeren erinnern, ins Glas. Ein Höhepunkt seiner roten Sorten ist der Cabernet Mithos, ein Wein mit tiefdunkler Farbe und kräftigen Gerbstoffen, der selten sortenrein ausgebaut und meistens zum “Färben” anderer Rotweine genommen wird.

In der Folge der weißen Weine zeigten sich Silvaner, Grauburgunder und Chardonnay aus dem Jahr 2018 von ihrer besten Seite. Die jeweiligen sortentypische Aromen wurden von den hohen Alkoholgehalten dieses Jahrganges nicht dominiert. Gerade den Weinen aus der Familie der Burgunder ist das 2018’er Wetter gut bekommen. Ein besonderer Genuß war der trockene Kerner. Die einst sehr beliebte Rebsorte ist in Deutschland im Anbau stark zurück gegangen. Der dem Riesling ähnliche Wein mit frischen Fruchtnoten von Walter Götzinger ließ Bedauern aufkommen, dass die Weinfreunde nach solchem Wein inzwischen lange suchen müssen.

Mit einem herzlichem Applaus bedankte sich die Verkostungsgemeinde bei Walter Götzinger für die mit Empathie vorgetragene Präsentation seines Weingutes.

Carolin Hillenbrand ist Deutsche Weinprinzessin

Die 71. Deutschen Weinkönigin heißt Angelika Vogt. Sie kommt von der Nahe. Am 25. September 2019 stellten sich sechs junge Damen im Finale in Neustadt an der Weinstraße den Juroren. Mit dabei war auch Carolin Hillenbrand von der Hessischen Bergstraße. Die Jury wählte sie zusammen mit Julia Sophie Böcklen aus Württemberg zur Deutschen Weinprinzessin. Die beiden Prinzessinnen unterstützen die Weinkönigen bei ihren vielfältigen Aufgaben als Repräsentantin des deutschen Weins.

Carolin mit Angelina Vogt (Mitte) und Julia Sophie Böcklen

Die Weingilde Bergsitraße gratuliert den drei Weinmajestäten ganz herzlich. Sie wünscht ihnen unvergessliche Begegnungen mit Weinfreunden aus aller Welt und ein erfolgreiches Wirken für den deutschen Wein.

Quelle: Deutsches Weininstitut

Sommerfest der Weingilde

Mehr Sommer konnte gar nicht sein, beim Sommerfest der Weingilde am vergangenen Samstag, dem 24. August 2019. Eine gesellige Runde traf sich in Bensheim-Schönberg zum angeregten Gespräch zu allen Themen rund um den Wein. – Besonderer Gast war Sebastian Kühnert vom Alsbacher Weingut Kühnert, das rund 2 ha Weinberge im Alsbacher Schöntal bewirtschaftet. Herr Kühnert stellte seinen Roten Riesling aus dem Jahr 2017 vor. Den Wein hat Sebastian Kühnert zum Teil im Halbstückfass ausgebaut und mit dem Teil, der im Edelstahlfass reifte, zu einem Cuvée gestaltet, dem das Holzfass anzumerken ist, der dennoch frisch und schlank auftritt.

Weingilde Sommerfest

Rekordhitze an der Bergstraße

In der letzten Juliwoche, am 25. Juli 2019, hat es mit mehr als 40 °C einen Hitzerekord an der Hessischen Bergstraße gegeben. Das hat in den Weinbergen an den jungen Trauben zum Teil zu großen Schäden geführt. Die Beeren, die schon mit Saft gefüllt und der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt waren, wurden regelrecht “aufgekocht”: Dampfbildung, hoher Innendruck, Aufplatzen der Beeren und Verdampfen des Saftes. Braune, eingeschrumpelte Beeren blieben übrig.

geschädigte Trauben im Bensheimer Kirchberg

Dort, wo die Beschattung durch Blätter noch vorhanden war und wo es noch etwas Luftbewegung gab, haben die Beeren die hohen Temperaturen überstanden.

weitgehend gesunde Beeren im Bensheimer Kirchberg

Quelle: Mitteilung Nr. 12 vom Dezernat Weinbau beim RP Darmstadt

250 Jahre Königlicher Weinberg in Potsdam

Im Jahr 1769 hat ein rheinländischer Gardesoldat und Winzer seinem König Friedrich II, genannt der Große, die Idee vorgetragen, in den Parkanlagen bei Schloß Sansscouci einen Weinberg anzulegen. Friedrich realisierte die Idee und so entstand am Klausberg ein Weinberg zusammen mit einem Winzerhaus, dem Drachenhaus. Nach dem Ende der preussischen Monarchie verwilderte der Weinberg. Im Jahr 2010 knüpften die Gärtner der Mosaik-Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, unterstützt von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, an die Tradition an und begannen mit der Wiederherstellung des Königliche Weinbergs. Inzwischen konnten mehr als 3000 Weinstöcke gesetzt werden, Regent, Cabernet Blanc und Phoenix.

Königlicher Weinberg mit Blick zum Drachenturm

Die 250 Jahre Königlicher Weinberg wurden 2019 mit einem Weinfest gefeiert, an dem Winzer aus allen deutschen Weinregionen teilnahmen. Von der Hessischen Bergstraße war Charlotte Freiberger dabei, die dort einem frederizianischen Flötisten begegnete.

Quelle: Königlicher Weinberg, Geschichte zum Geniessen

Jahrgang 2018 – Weine aus Burgunderreben von der Hessischen Bergstraße

Erleben wir den “Klimawandel”? Oder war der heiße und ungewöhnlich trockene Sommer des vergangenen Jahres nur eine Laune der Natur? Wohl eher nicht, denn die Klimaforscher berichten, dass der Juni 2019 der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war. Müssen wir uns auch in diesem Jahr auf sommerliche Temperaturen einstellen, die wir bislang aus den Regionen südlich der Alpen kennen? Für den Weinbau insbesondere an der Hessischen Bergstraße hätte dies Konsequenzen. Die Winzer hier sind zu Recht stolz auf ihre Rieslinge, die mit mehr als der Hälfte der bestockten Rebfläche den Kern des Weinbaus ausmachen. Für den Riesling war das Jahr 2018 zu warm. Er mag es eher kühl: sonnige, nicht zu heiße Tage, und insbesondere kühle Nächte. Er braucht ausreichende Niederschläge, aber nicht zu viel Regen in der Phase der Reife. Dann gibt es Weine mit den charakteristischen Eigenschaften des Rieslings: fruchtig, nicht zu viel Alkohol, spritzig mit feiner frischer Säure.

Im Gegensatz dazu sind in Südeuropa heimischen Rebsorten an eher heißere und trockenere Sommer sowie milde Winter angepasst. Die Reben der Burgunderfamilie gehören dazu. Der Spätburgunder ist mit großer Wahrscheinlichkeit im Vorderen Orient aus Wildreben entstanden. Vor gut 2000 Jahren begleitete er die damaligen Kulturvölker nach Südfrankreich und kam im 9. Jahrhundert an den Bodensee. Farbmutanten sind z.B. der Weiße Burgunder und der Grauburgunder, der Frühburgunder und der Schwarzriesling. Aus Kreuzungen mit dem weißen Heunisch entwickelten sich u. a. der Chardonnay und der Auxerrois.

Spätburgunder: Stammvater der Burgunderreben

Noch Mitte der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts waren Burgunderreben in unserer Region eher selten. Chardonnay begann erst zu Beginn der 1990er Jahre an der Bergstraße heimisch zu werden.

Das Weingut Freiberger war eins der ersten Weingüter, die diese weltweit hoch geschätzte Rebsorte an der Hessischen Bergstraße planzten. Die Reben stehen auf dem Steinkopf, dort, wo der Löss den Buntsandstein überdeckt. Frische Fruchtigkeit, die nicht vom recht hohen Alkoholgehalt überdeckt wird, zeichnet den Wein aus. Ebenfalls auf dem Steinkopf wächst der Rosa Chardonnay, der eine Farbmutation des weißen Chardonnay ist. Die Bergsträßer Winzer eG baut diesen aromatischen Wein aus, der an exotische Früchte erinnert.

Drei Weißburgunder von den Weingütern Götzinger, Jäger und Koob/Lulay standen auf der Liste der Probenfolge der Weingilde, die verdeckt verkostet wurden. Denn ein 2017er stand in der Serie. Dieser zeigte die bekannten frischen Aromen nach grünem Apfel und Limette, die die 2018er nicht haben und eher an reife Früchte erinnern.

Im Spektrum der Weine von der Bergstraße füllt der Auxerrois eine Nische. Für die Verkostung kam der Wein von Simon-Bürkle ins Glas. Die Reben stehen im Alsbacher Schöntal und wachsen auf Löss, Sandlöss und Lösslehm. Honig, Honigmelone und ein leichter Bittermandelton kennzeichnen den Wein.

Die drei Grauburgunder zeigen eine jeweils unterschiedliche Handschrift der Winzer. Schloß Schönberg bringt einen schlanken Wein mit filigranen Aromen ins Glas. Die Reben stehen auf Lössboden im Fürstenlager. Ganz anders präsentiert sich der Grauburgunder aus dem Centgericht. Die Lage reicht schon ins ehemalige Bett des Neckar hinein, hat eine mächtige Schicht Löss und ist wohl die Lage, die als letzte trocken fällt. Der Wein kommt mit üppigen Aromen und dezenter Holznote aus dem Keller des Staatsweingutes. Das Weingut Edling in Roßdorf bringt einen Grauburgunder mit leicht rosa Farbton: der Most hat eine Nacht auf der Maische gestanden. Ein kräftiger Wein mit voller Frucht. Die Reben stehen auf dem Westhang des Roßberges. Der Roßberg ist ein erloschener Vulkan, der bis 280 m hoch ist und aus Basalt, Basaltverwitterung mit Löss- und Lehmauflage besteht.

Die Spätburgunder aus dem Jahr 2018 sind noch längst nicht abgefüllt, sie reifen noch in den Holzfässern. Vom Weingut der Stadt Bensheim und vom Weingut Rothweiler gab es zur Abrundung der Verkostung jeweils eine Faßprobe. Die Reben vom Weingut der Stadt wachsen auf dem Bensheimer Kirchberg, Braunerde auf Granitverwitterung, die vom Weingut Rothweiler im Heppenheimer Eckweg, tiefgründiger Löss und Lösslehm ebenfalls auf Granitverwitterung. Die Drittbelegung zum einen, die Zweitbelegung von Barriquefässern zum anderen lassen das Potenzial beider Weine erkennen. Gespannt dürfen die Weingeniesser sein, wie sich die Weine im Laufe der Jahre entwickeln werden.

Jeder der verkosteten zehn Weine des Ausnahmejahrganges 2018 ist ein eigenständiger Charakter. Zehn Winzer haben es beeindruckend verstanden, aus den Früchten, die so gesund wie selten aus den Weinbergen kamen, ein Bukett feinster Bergsträßer Burgunderweine zu kreieren .

Quellen: Erika Maul, jki-Geilweiler Hof, Burgunder; Deutsches Weininstitut; Eric Barnert, Stein & Wein; Hillebrand, Lott, Pfaff, Taschenbuch der Rebsorten

Burgunderweine des Jahrganges 2018

Das warme und trockene Jahr 2018 hat das Wachstum und die Fruchtreife von Burgunderreben bevorzugt. Die Burgunder stellen hohe Ansprüche an die Lage, warm soll sie sein, mit hoher Sonneneinstrahlung. Der Boden soll locker, fruchtbar und tiefgründig, ausreichend feucht, aber nicht zu feucht sein. Die Trauben reifen mittelspät bis spät.

Der Blaue Spätburgunder – Pinot Noir – gehört zu den ältesten kultivierten Reben. Vermutlich stammt er aus dem Niltal. Er begleitete die Siedlungen der Phönizier, Griechen und Römer. Im Burgund kann er bis ins 4. Jahrhundert zurück verfolgt werden. Im 9. Jahrhundert brachte ihn der karolingische Kaiser Karl III. an den Bodensee und ab dem 13. Jahrhundert war er im Rheingau heimisch. Der Blaue Spätburgunder gilt als der Urvater aller Burgunderreben. Er neigt zu spontanen Mutationen, aus denen nach und nach Rebsorten entstanden sind, die in der Weinwirtschaft nicht mehr wegzudenken sind: Pinot Meunier (Schwarzriesling, Müllerrebe), Frühburgunder, Grauer Burgunder, Weißer Burgunder, Chardonnay und Auxerrois .

Grauburgunder

Auch an der Hessischen Bergstraße war das Jahr 2018 ein besonders gutes für die Burgunder. Für die Weingilde ist das Anlass, dem “Auftritt” dieser Weine ein Verkostungsseminar zu widmen. Es werden insgesamt 11 Weine von 11 Winzern an der Hessischen Bergstraße in die Gläser kommen. Das Seminar wird am 28. Juni 2019 im Dalberger Hof in Bensheim stattfinden.

Gäste sind willkommen, soweit bei der begrenzten Zahl der Teilnehmer Plätze frei sind. Die Anmeldung ist über diese homepage möglich.

Quellen: Deutsches Weininstitut, Taschenbuch der Rebsorten, Weinlexikon

Wein und Trinkwasser

Welches Wasser bietet zum welchem Wein die beste Harmonie? Eine allgemein gültige Antwort gibt es nicht! Und jeder Weingenießer hat seine individuellen Vorlieben. Zu Charlotte Freibergers “Prinzessinnen-Riesling” machte das Selters Medium eine gute Figur. Die kraftvolle 2017er Weißburgunder Selection verlangte dagegen das Kohlensäure betonte Selters Classic, das dem Wein eine überraschende Lebendigkeit einhauchte. Die Spätburgunder Spätlese Barrique vertrug sich gut mit dem Medium-Wasser, während sich an die edelsüße Ruhländer Auslese das Naturell harmonisch anschmiegte.

Weinkönigin Carolin Hillenbrand, Matthias Schmiedl von Selters und Charlotte Freiberger

“Trink Wasser zum Wein” – diese Aufforderung der Weingilde Bergstraße führte zur Begegnung von Weinen des Weingutes Freiberger aus Heppenheim mit den Mineralwässern von Selters an der Lahn. Weinkönigin Carolin Hillenbrand begrüßte die Teilnehmer am Sensorik-Seminar im Wappensaal des Dalberger Hofes in Bensheim und begleitete den intensiven Erfahrungsaustausch.

Neuseeland, die Südinsel

Als Weinland ist Neuseeland ganz jung. Zwar verweisen Quellen auf das Jahr 1819, in dem Siedler Weinstöcke nach Neuseeland gebracht haben sollen, um den Wein vornehmlich zu liturgischen Zwecken zu nutzen. Doch es sollte bis in die 1970er Jahre dauern, bis erkannt wurde, dass Böden und Klima für den Erwerbsweinbau bestens geeignet sind. Aus Europa kamen Reben, anfänglich Müller-Thurgau, doch bald wurden Chardonnay und insbesondere Sauvignon Blanc die wichtigsten weißen Rebsorten in Neuseeland. Bei den roten ist es der Pinot Noir. Die größte Weinregion in Neuseeland ist Marlborough im Nordosten der Südinsel. Mit rund 25.000 ha ist sie etwa so groß wie die Pfalz. Der Wein wächst im Flußtal des Wairau River, der von Südwest nach Nordost fließt und zusammen mit einigen kleineren Flüssen ein Tal von mehr als 6 km Breite aufgefüllt hat. Den Boden bildet angeschwemmtes Geröll, Sand und auch kalkhaltiges Sediment, ehemaliger Meeresboden. Nach Nordwest schirmt eine Bergkette die Region ab. Niederschläge gibt es 600 – 700 mm pro Jahr. Noch zu Marlborough zählt das etwas südlicher gelegene Tal am Awatere River.

Marlborough, im Weingut Cloudy Bay

Rund 75 % der neuseeländischen Weine kommen aus Marlborough. Und mehr als 70 % der Fläche dort sind mit der Erfolgssorte Sauvignon Blanc bestockt. – Der Weinbau hat sich inzwischen zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt: etwa drei Viertel der Produktion gehen in den Export. Klein, aber fein, sind neben dem “Riesen” Marlborough die anderen Weinbaugebiete auf Neuseelands Südinsel. Etwa 100 km westlich von Marlborough liegt an der Nordküste die Region Nelson mit knapp 1.000 ha. An der Ostküste nach Süden liegt nördlich von Christchurch die Region Canterbury mit dem Waipara Valley. Südlich von Christchurch liegt im Schatten der Neuseeländischen Alpen auf 200 – 450 m Höhe Central Otago, eine Region, die sich zur Ostküste im Waitaki Valley fortsetzt.

Centra Otago gilt als das südlichste Weinbaugebiet der Welt. Es ist eine Region mit starken klimatischen Schwankungen, die von – 20 °C bis + 38 °C reichen können. Im Sommer ist es mit 400 – max. 700 mm Niederschlag recht trocken. Mit mehr als 2.000 Sonnenstunden pro Jahr eignet sich die Region insbesondere für Pinot Noir. Diese Rebe steht auf etwa 80 % der Anbaufläche.

Rebflächen in Cetral Otago

Die Weingilde unternimmt am 12. April 2019 eine “virtuelle” Weinreise auf die Südinsel Neuseeland. Weine aus allen Anbaugebieten werden verkostet.

Quellen: nzwine.com, Wikipedia, lonely planet