Burgunderweine des Jahrganges 2018

Hervorgehoben

Das warme und trockene Jahr 2018 hat das Wachstum und die Fruchtreife von Burgunderreben bevorzugt. Die Burgunder stellen hohe Ansprüche an die Lage, warm soll sie sein, mit hoher Sonneneinstrahlung. Der Boden soll locker, fruchtbar und tiefgründig, ausreichend feucht, aber nicht zu feucht sein. Die Trauben reifen mittelspät bis spät.

Der Blaue Spätburgunder – Pinot Noir – gehört zu den ältesten kultivierten Reben. Vermutlich stammt er aus dem Niltal. Er begleitete die Siedlungen der Phönizier, Griechen und Römer. Im Burgund kann er bis ins 4. Jahrhundert zurück verfolgt werden. Im 9. Jahrhundert brachte ihn der karolingische Kaiser Karl III. an den Bodensee und ab dem 13. Jahrhundert war er im Rheingau heimisch. Der Blaue Spätburgunder gilt als der Urvater aller Burgunderreben. Er neigt zu spontanen Mutationen, aus denen nach und nach Rebsorten entstanden sind, die in der Weinwirtschaft nicht mehr wegzudenken sind: Pinot Meunier (Schwarzriesling, Müllerrebe), Frühburgunder, Grauer Burgunder, Weißer Burgunder, Chardonnay und Auxerrois .

Grauburgunder

Auch an der Hessischen Bergstraße war das Jahr 2018 ein besonders gutes für die Burgunder. Für die Weingilde ist das Anlass, dem “Auftritt” dieser Weine ein Verkostungsseminar zu widmen. Es werden insgesamt 11 Weine von 11 Winzern an der Hessischen Bergstraße in die Gläser kommen. Das Seminar wird am 28. Juni 2019 im Dalberger Hof in Bensheim stattfinden.

Gäste sind willkommen, soweit bei der begrenzten Zahl der Teilnehmer Plätze frei sind. Die Anmeldung ist über diese homepage möglich.

Quellen: Deutsches Weininstitut, Taschenbuch der Rebsorten, Weinlexikon

Wein und Trinkwasser

Welches Wasser bietet zum welchem Wein die beste Harmonie? Eine allgemein gültige Antwort gibt es nicht! Und jeder Weingenießer hat seine individuellen Vorlieben. Zu Charlotte Freibergers “Prinzessinnen-Riesling” machte das Selters Medium eine gute Figur. Die kraftvolle 2017er Weißburgunder Selection verlangte dagegen das Kohlensäure betonte Selters Classic, das dem Wein eine überraschende Lebendigkeit einhauchte. Die Spätburgunder Spätlese Barrique vertrug sich gut mit dem Medium-Wasser, während sich an die edelsüße Ruhländer Auslese das Naturell harmonisch anschmiegte.

Weinkönigin Carolin Hillenbrand, Matthias Schmiedl von Selters und Charlotte Freiberger

“Trink Wasser zum Wein” – diese Aufforderung der Weingilde Bergstraße führte zur Begegnung von Weinen des Weingutes Freiberger aus Heppenheim mit den Mineralwässern von Selters an der Lahn. Weinkönigin Carolin Hillenbrand begrüßte die Teilnehmer am Sensorik-Seminar im Wappensaal des Dalberger Hofes in Bensheim und begleitete den intensiven Erfahrungsaustausch.

Neuseeland, die Südinsel

Als Weinland ist Neuseeland ganz jung. Zwar verweisen Quellen auf das Jahr 1819, in dem Siedler Weinstöcke nach Neuseeland gebracht haben sollen, um den Wein vornehmlich zu liturgischen Zwecken zu nutzen. Doch es sollte bis in die 1970er Jahre dauern, bis erkannt wurde, dass Böden und Klima für den Erwerbsweinbau bestens geeignet sind. Aus Europa kamen Reben, anfänglich Müller-Thurgau, doch bald wurden Chardonnay und insbesondere Sauvignon Blanc die wichtigsten weißen Rebsorten in Neuseeland. Bei den roten ist es der Pinot Noir. Die größte Weinregion in Neuseeland ist Marlborough im Nordosten der Südinsel. Mit rund 25.000 ha ist sie etwa so groß wie die Pfalz. Der Wein wächst im Flußtal des Wairau River, der von Südwest nach Nordost fließt und zusammen mit einigen kleineren Flüssen ein Tal von mehr als 6 km Breite aufgefüllt hat. Den Boden bildet angeschwemmtes Geröll, Sand und auch kalkhaltiges Sediment, ehemaliger Meeresboden. Nach Nordwest schirmt eine Bergkette die Region ab. Niederschläge gibt es 600 – 700 mm pro Jahr. Noch zu Marlborough zählt das etwas südlicher gelegene Tal am Awatere River.

Marlborough, im Weingut Cloudy Bay

Rund 75 % der neuseeländischen Weine kommen aus Marlborough. Und mehr als 70 % der Fläche dort sind mit der Erfolgssorte Sauvignon Blanc bestockt. – Der Weinbau hat sich inzwischen zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt: etwa drei Viertel der Produktion gehen in den Export. Klein, aber fein, sind neben dem “Riesen” Marlborough die anderen Weinbaugebiete auf Neuseelands Südinsel. Etwa 100 km westlich von Marlborough liegt an der Nordküste die Region Nelson mit knapp 1.000 ha. An der Ostküste nach Süden liegt nördlich von Christchurch die Region Canterbury mit dem Waipara Valley. Südlich von Christchurch liegt im Schatten der Neuseeländischen Alpen auf 200 – 450 m Höhe Central Otago, eine Region, die sich zur Ostküste im Waitaki Valley fortsetzt.

Centra Otago gilt als das südlichste Weinbaugebiet der Welt. Es ist eine Region mit starken klimatischen Schwankungen, die von – 20 °C bis + 38 °C reichen können. Im Sommer ist es mit 400 – max. 700 mm Niederschlag recht trocken. Mit mehr als 2.000 Sonnenstunden pro Jahr eignet sich die Region insbesondere für Pinot Noir. Diese Rebe steht auf etwa 80 % der Anbaufläche.

Rebflächen in Cetral Otago

Die Weingilde unternimmt am 12. April 2019 eine “virtuelle” Weinreise auf die Südinsel Neuseeland. Weine aus allen Anbaugebieten werden verkostet.

Quellen: nzwine.com, Wikipedia, lonely planet

Mitgliederversammlung der Weingilde

Am Freitag, d. 22. März 2019, werden die Mitgieder der Weingilde zur Mitgliederversammlung zusammen kommen. Wahlen stehen in diesem Jahr nicht auf der Tagesordnung. Die Mitgliederversammlung wird insbesondere den Bericht des Vorstandes über das Jahr 2018 entgegen nehmen.

Bericht-des-Vorstandes-3.2019

Zur festlchen Weinprobe stehen ausgewählte Bergsträßer Weißburgunder des Jahrgänge 2017 und 2016 ausgewählten Pfälzern gegenüber. Beim anschließenden “Nachsitzen” werden sich die Mitglieder an Weiß- und Rotweinen aus Franken erfreuen.


Neu an der Bergstraße: Weingut Amthor

Im letzten Jahr gab es die ersten Weine vom neu gegrüdeten Weingut Amthor aus Heppenheim. Eine Kollektion, in der Riesling und Roter Riesling, Weißburgunder und Chardonnay, Goldmuskateller, Spätburgunder und Cabernet Sauvignon ihren Platz gefunden haben. Die meisten 2017er hatten eine leichte Restsüße, die 2018er wurden weitgehend trocken ausgebaut. Verantwortlich für die Weine ist Barbara Amthor, die viele noch als Bergsträßer Weinkönigin der Jahre 2010/2011 unter dem Namen Barbara Hoock kennen. Heute bewirtschaften die Amthors 0,8 ha. Außer im Stemmler und im Maiberg liegen die Flächen überwiegend in der Lage Eckweg.

im Heppenheimer Eckweg

Die Weingilde konnte Weine des ersten Jahrganges von Amthor bei ihrem Sommerfest im August 2017 verkosten.

Quelle: Weingut Amthor

Otto Guthier übergibt an Patrick Staub

Knapp 26 Jahre stand Otto Guthier als Geschäftführer an der Spitze der Bergsträßer Winzer eG. Jetzt hat er die Verantwortung für den größten Weinbaubetrieb an der hessischen Bergstraße an Dr. Patrick Staub weitergegeben. Der Pfälzer Patrick Staub hat eine Ausbildung als Önologe und Agrarökonom. Seit mehr als zwei Jahren ist er bei der BWeG tätig und wurde dort intensiv auf die Übernahme seiner neuen Aufgabe vorbereitet. Otto Guthier hat bei den Bergsträßer Winzern vieles bewegt. Er hat die Produktpalette erweitert und ihr ein modernes Auftreten am Markt gegeben. Neue erfolgreiche Rebsorten kamen hinzu, z.B. das Schwergewicht Roter Riesling und der Souvignier Gris. Der Keller wurde erweitert und die Umstellung vom Kork auf den Drehverschluss erfolgreich vollzogen. Alles erforderte Umstellungen der Betriebsabläufe, die mit dem Team bewältigt werden mussten. Das wichtigste Projekt war jedoch das Viniversum, eine gestalterisch gelungene moderne Vinothek, die viel Aufmerksamkeit bei den Kunden und in der Fachwelt bekam.

Weine von Laumersheimer Winzern

Laumersheim wurde erstmals im Jahr 769 unter dem Namen Luitmaresheim in einer Urkunde des Klosters Lorsch genannt. Weingärten in der Lage Kirschgarten sind bereits 1387 in Urkunden zur pfälzischen Kirchengeschichte aufgeführt.

Laumersheimer Kirschgarten

Die wertvollsten Einzellagen in Laumersheim heißen Kirschgarten und Steinbuckel. Der Kapellenberg wird bereits dem Bereich Mittelhaardt zugeordnet (Großlage Schwarzerde). Der Kirschgarten liegt westlich/südwestlich von Laumersheim. Er gilt als geschützt mit wenig Niederschlägen. Der Boden zeigt Kalkgestein. Der Steinbuckel liegt nordöstlich des Ortes. Er ist etwas höher als der Kirschgarten und im oberen Bereich den Winden ausgesetzt. Dadurch ergibt sich ein insgesamt kühleres Kleinklima. Es gibt massive Kalksteinfelsen mit Lössauflagen und sandigem Lehm.

Auch die renomierten Laumersheimer Weingüter Knipser und Philipp Kuhn arbeiten im Kirschgarten und auf dem Steinbuckel. Beide zählen heute zur deutschen, ja internationalen Spitze. Mit ihren Weine wird sich die Weingilde am 15. Februar 2019 beschäftigen.

Weinlage Lump in Escherndorf

Escherndorf, ein Ortsteil der Stadt Volkach, liegt östlich des Volkacher Stadtgebietes an der als Altmain bezeichneten Volkacher Mainschleife. Der Main hat aus dem hier anstehenden Muschelkalk einen Talkessel geformt, der sich nach Süden öffnet. Im weiten Bogen umschließt der Höhenrücken Escherndorf. An der Hangkante oben thront die Vogelsburg, ein ehemals karolingisches Hofgut, das durch Schenkung an die Bonifatiusabtei in Fulda kam. In der Schenkungsurkunde werden auch Weinberge genannt. Die Historiker gehen davon aus, dass der Weinbau bereits im  7. Jahrhundert von fränkischen Siedlern mitgebracht wurde.

Als Weinlage wurde der “Lump” erstmals 1655 erwähnt. Die Rebzeilen ziehen sich den Steilhang hoch. Der Berg schützt vor kalten Nord- und Nordostwinden. Heute umfasst der “Lump” etwa 25 ha (andere Quellen sprechen von mehr als 30 ha). Die Lage ist VDP-klassifiziert und gilt als eine der besten Frankens. Sie ist ausschließlich mit Weißweinsorten bestockt.
Die Weingilde will die Weine vom Escherndorfer Lump in einem Sensorikseminar am 19. Oktober 2018 kennen lernen. Silvaner und Rieslinge desselben Jahrgangs und derselben Qualitätsstufe, aber von unterschiedlichen Weinbauern stehen zur Verkostung bereit. Wird es möglich sein, eine einheitliche Prägung des Bodens in den verschiedenen Weinen zu erschmecken?

Weinlese an der Bergstraße so früh wie nie

Immer noch sommerliche Temperaturen und immer noch so trocken wie selten. Der Vorsitzende der Weinbauverbandes Hessische Bergstraße, Otto Guthier, räumte ein, dass manche Betriebe wegen der Witterung schon notgedrungen mit der Ernte anfangen mussten.

Das gilt insbesondere für die Sekterzeuger, denen die Sonneneinstrahlung die benötigte Säure für die Grundweine in den Beeren abbaute. Und klein blieben die Beeren. In den Lagen in Zwingenberg und im Fürstenlager zeichnet sich eine Mostausbeute von kaum mehr als einem halben Liter pro Kilogramm Trauben ab. Normal sind etwa 3/4 Liter Most.

Ein wenig besser sieht es in den Lagen im Süden von Bensheim und in in Heppenheim aus. Dort gab es erwas mehr Regen, so dass die Trauben zwar etwas kleiner als normal sind, aber weitgehend gesund gelesen werden können. Auch dort ist die Säure unterdurchschnittlich gering. In den Lagen nördlich von Zwingenberg sind zusätzlich Sturmschäden zu verzeichnen.
Bei den roten Rebsorten zeichnet sich ein Jahrgang hoher Qualität ab, wobei aber auch hier die Mengen unter dem Durchschnitt bleiben dürften.

Weinbau am 52sten Breitengrad

Der 52. Breitengrad ist eine Linie, die in Deutschland von Nordhorn an der holländischen Grenze, nördlich von Hannover über Wolfsburg nach Potsdam und Berlin gezogen werden kann. Für Weinbau sind die Regionen längs des 52. Breitengrades eher nicht bekannt. Mit einer Ausnahme: Potsdam und deren benachbarte Gemeinden. Verbürgt ist, dass die Zisterziensermönche bereits im 14. Jahrhundert den Weinbau mitbrachten. Berühmt ist der Königliche Weinberg, den Friedrich II von Preußen 1769 am Klausberg in Potsdam anlegen ließ. Auch auf den Terrassen von Schloß Sansscouci stehen Rebstöcke.

Terrassen vor Schloß Sansscouci

Mitte des 19. Jahrhunderts kommt der Weinbau aus wirtschaftlichen Gründen zum Erliegen.
Erst in jüngster Vergangenheit wurde die Jahrhunderte alte Tradition wieder belebt.
Zu einem wichtigen Zentrum hat sich die Stadt Werder an der Havel entwickelt. Auf einer Höhe nahe des Zentrums der Stadt liegt der Werderaner Wachtelberg mit einer bestockten Fläche von 6,2 ha. Weiter gibt es den kleinen “Galgenberg”, den Phöbener Wachtelberg und den Klosterberg Töplitz. Insgesamt sind dies 10,4 ha. Die Region gehört zum Anbaugebiet Saale-Unstrut.

Blick vom Werderaner Wachtelberg

Der Werderaner Wachtelberg wurde bereits 1985 aufgerebt. Er trägt Müller-Thurgau, Sauvignon-Blanc, Dornfelder und Regent. Hinzu kommen weitgehend pilzresistente Sorten wie Saphira, Kernling, Muscaris, Calinda und der rote Pinotin. Vornehmlich auf dem Galgenberg stehen sie im Versuchsanbau. Insbesondere die “neuen” Weißen schmecken fruchtig frisch und haben eine angenehme Säure. Sie können in den Sommermonaten in der Straußwirtschaft “Weintiene” mit Blick über Werder verkostet werden.
Ein Höhepunkt jedes Jahres ist das Winzerfest im Weinberg, in diesem Jahr 2018 ist es das 17. Zur Eröffnung ist die Deutsche Weinprinzessin Charlotte Freiberger angereist. Schmunzelnd sagt sie bei ihrer Begrüßungsansprache, es sei eine Premiere für sie, ein Weinfest zusammen mit dem leibhaftigen Weingott Bacchus eröffnen zu dürfen.

Quellen: Wikipedia, Weinbau Dr. Lindicke