Sektempfang 2026 macht Mut  

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Gilde: Blick auf Chancen und Genuss-Kultur

Bensheim. In einer Zeit komplexer Krisen und Kriege will die Weingilde Bergstraße auch 2026 dazu ermutigen, das Leben zu feiern, die Genuss-Kultur zu pflegen und Traditionen neu zu erfinden. Bei einem Neujahrsempfang in Bensheim (3.1.) präsentierte die Gilde ihr Programm für das erste Halbjahr dieses „Jubiläumsjahres“, in dem in Deutschland „200 Jahre Schaumweinproduktion“ gefeiert werden kann.

Die Gilde organisiert deshalb erstmals eine Veranstaltung zum Deutschen Sekttag:  Am Samstag, dem 9. Mai (Sekttag 2026), wird es im Rahmen des Bergsträßer Weinfrühlings eine Probe mit Schaumwein-Spezialitäten aus der Region geben – ein Termin, den sich Sektfreunde im Terminkalender bereits vormerken können. Zwar ist auch der Sektkonsum in Deutschland in den zurückliegenden zehn Jahren etwas gesunken ist, was für besorgniserregend klingende Schlagzeilen („Schaumwein wird zum Auslaufprodukt“) sorgte.

Doch der Neujahrsempfang der Weingilde 2026 war vom Versuch geprägt, der Weinbranche – auch an der Bergstraße – Mut zu machen. „Es gibt nicht nur Abwärtstrends und große Herausforderungen – vor allem durch die Klimakrise und das sich ändernde Konsumverhalten. Es gibt auch erkennbare Chancen – zum Beispiel mit Blick auf den Weintourismus und die Rekordzahlen bei Inland-Reisen“, erklärte der Weingilde-Vorsitzende Manfred Berg bei der Jahresauftakt-Veranstaltung.

Prickelnder Vortrag zu 200 Jahre Schaumwein-Produktion in Deutschland von Robert Eberle.

Vortrag: Von „Auslaufprodukt kann keine Rede sein“

Obwohl der Pro-Kopf-Konsum (bei Personen über 16) auf 36 Gläser Sekt im Jahr zurückging (2014 waren es noch 46 Gläser): Auch 200 Jahre nach Beginn der Sektproduktion in Deutschland könne nicht von einem „Auslaufprodukt“ die Rede sein, erklärte Gilde-Vorstand Robert Eberle in seinem Vortrag zum Neujahrsempfang. Studien zufolge werde Sekt-Genuss individueller und flexibler: Offenbar gewinnen kleine, alltägliche Genussmomente an Bedeutung – Sekt werde nicht nur bei offiziellen Festanlässen getrunken. Der Vortrag zum Neujahrsempfang verdeutlichte, dass 1826 das zentrale Jahr für die erste Sekt-Boomphase war: Mit vielen Akteuren, die sich vor zwei Jahrhunderten um die Erforschung und Produktion des Schaumweins verdient gemacht haben – auch in Ungarn, Niederschlesien, im Rheinland und im Frankenland.

Prosit: Gilde-Vorsitzender Manfred Berg beim Neujahrsempfang 2026 in der Scheune an der Stadtmauer.

„Champagner – deutsch-französischen Erfolgsgeschichte

Viele Pioniere der Champagnerhäuser hatten deutsche Wurzeln. Unternehmer wanderten nach Frankreich aus, lernten das Handwerk und gründeten Häuser, die heute weltberühmt sind. Champagner wurde zu einer deutsch-französischen Erfolgsgeschichte – ein Austausch von Know-how über Grenzen hinweg“, erklärte Eberle. Beim Neujahrsempfang 2025 hatte die Weingilde ins Kino eingeladen und dort zum Historiendrama „Die Witwe Clicquot“ den passenden Champagner präsentiert. Ein Geschäftspartner dieser Witwe, der die Geheimnisse der Schaumwein-Produktion in Reims (Frankreich) kennengelernt hatte, kam 1826 wieder in seine Heimat nach Deutschland zurück: In Esslingen gründete Georg Christian Kessler eine Sektkellerei – die älteste Deutschlands. So stand die spannende Lebensgeschichte Kesslers im Mittelpunkt des Gilde-Neujahrsempfangs 2026. Die Gäste konnten prickelnde Spezialitäten dieser Sektkellerei aus Esslingen probieren und ihre Gläser erheben – „auf ein Zuversicht bringendes Jahr 2026: Für die Weingilde Bergstraße. Und für den Weinbau hier in der Region, der Chancen hat. die Genusskultur und den Tourismus der Zukunft an der Bergstraße mitzugestalten.“

Gilde-Vorstand Manfred Berg und Robert Eberle beim Neujahrsempfang 2026 - mit Blick auf das Sektjahr 1826.

Hinweis auf Technik-Geschichte und “Buhlbacher Schlegel”

Die spannende Schaumwein-Geschichte mit starker Medien-Resonanz sorgt für viele Rückmeldungen bei der Weingilde – auch mit Blick auf die Herausforderung von 200 Jahren, druckfeste Flaschen zu konstruieren. Einen interessanten Hinweis dazu bekam die Gilde von einem Zeitungsleser, der über frühe Experimentierte englischer Winzer und Händler mit stärkerem Glas (im 17. Jahrhundert) schreibt: “Das war möglich, weil England bereits koksbefeuerte Glasöfen hatte – sie erzeugten heißere Temperaturen und damit robusteres Glas als die französischen Holzöfen. Dadurch konnten die Engländer früher mit Flaschengärung experimentieren.” Allerdings waren diese frühen englischen Flaschen offenbar noch nicht stabil genug, um den extremen Druck der späteren Champagnerproduktion auszuhalten: Die erste Flasche, die wirklich zuverlässig die etwa sechs Bar Druck überstand, war der “Buhlbacher Schlegel” aus der Glashütte Buhlbach im Schwarzwald (19. Jahrhundert). Dieser Schlegel führte den eingewölbten Boden („Stülpboden“) ein – “die entscheidende Innovation, die das Explodieren der Flaschen stoppte”. Details zu den Hohlglasfabriken im Nordschwarzwald sind hier nachzulesen.

Weingilde: „Massvoller Genuss – gesunder Lebensstil“

Am 14. Februar organisiert die Weingilde gemeinsam mit dem Deutsch-Französischen Freundeskreis Bensheim-Beaune (DFFBB) eine Fahrt zur Weinmesse nach Straßburg. Informationen dazu und Anmeldungen hier (weingilde-bergstrasse.de).

  •  Die Weingilde Bergstraße ist Mitglied der Bewegung “Wine in Moderation”, die für Wein mit Maß und Stil wirbt: Es geht um maßvollen Genuss als Teil eines gesunden Lebensstils. Wein ist nach Überzeugung der Gilde-Mitglieder ein hohes traditionsreiches Kulturgut und für viele fester Bestandteil eines guten Essens. Gäste sind bei Weingilde-Veranstaltungen herzlich willkommen; die Gilde nimmt weitere neue Mitglieder auf, die sich für Wein-Kultur interessieren (und bereit sind, auch selbst einmal eine spannende Probe zu organisieren).

„Champagner und Juwelen“

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Prickelnder Jahresausklang der Weingilde

Bensheim. Das Jahr 2025 hat mit Champagner begonnen. Und so geht es bei der Weingilde Bergstraße auch zu Ende: Zum Jahresauftakt hatte die Gilde einen Neujahrsempfang im Kino organisiert – mit dem Historiendrama „Die Witwe Clicquot“ und dem dazu passenden Champagner. Zum Jahresausklang konnte – mit Blick auf viele erfolgreiche Veranstaltungen – nun Bilanz gezogen und erneut von diesem Champagner ausgeschenkt werden. Da sich die Weingilde (als Mitglied der Bewegung „Wine in Moderation“) für einen maßvollen Alkoholgenuss als Teil eines gesunden Lebensstils engagiert, waren vom Neujahrsempfang im Kino noch Flaschen dieses edlen Festgetränks übrig: Ein prickelnder Auftakt für das Gildetreffen zum Jahresabschluss 2025 in der Scheune an der Stadtmauer – hinter dem ältesten Fachwerkhaus Südhessens in Bensheim.

„2022er Riesling – für Nicht-Riesling-Trinker“

Mit dabei: Die amtierende Bergsträßer Weinkönigin Chiara. Sie nutzt die Veranstaltungen der Weingilde gezielt, um Neues kennenzulernen. Denn bei aller Sympathie für Geschichte und Tradition: Immer wieder können Mitglieder und Gäste der Weingilde Bergstraße spannende Entdeckungen machen – auch beim Jahresabschluss. Viele kannten Mathias Lach bislang nicht, der fünf Weine seines Weinguts (Sitz: Bensheim) präsentierte und schwärmte: „An der Bergstraße gibt es Juwelen an Boden und Mikroklima –  sogenanntes Terroir, die in der Pfalz die besten Lagen sind!“

Matthias Lach hatte 2016 die ersten Rebflächen in Hemsbach übernommen. Inzwischen bewirtschaftet er rund zwei Hektar an der badischen Bergstraße ( größtenteils in Hemsbach, sowie in Laudenbach, Weinheim-Lützelsachsen und Weinheim-Hohensachsen. Lach will (mit “Hand & Herz”) dazu beitragen, Weinberge  und die Kulturlandschaft an der Bergstraße zu bewahren! Er präsentierte der Weingilde einen Riesling für Menschen, die normalerweise keinen Riesling mögen: Einen 2022er aus der Lage Hemsbacher Herrnwingert (mit nur 5,5,Gramm Säure). Auch über die anderen Weine (Grauburgunder, Rosé, Pinot Noir und eine „Selektion Rot“ kamen die Gildegäste mit dem Produzenten ins Gespräch. Lach will nach eigenen Worten „die handwerklichen Möglichkeiten im Weinbau ausschöpfen,  um spannende Weine zu produzieren.“

Programm 2026: Fahrt zur Weinmesse nach Straßburg

Nach dem Jahresausklang 2025 mit Weinen von der badischen Bergstraße arbeitet die Weingilde an ihrem Jahresprogramm 2026: Ein Termin steht bereits fest: Am Samstag, 14. Februar 2026, ist in Straßburg die Weinmesse der unabhängigen Winzer („Salon des Vins des Vignerons Indépendants“) – eine faszinierende Gelegenheit zum Probieren und Wein einkaufen. Für Weinliebhaber von der Bergstraße fährt zu diesem Ereignis ein Bus von Bensheim (Abfahrt 8:00 Uhr) nach Straßburg und abends zurück – organisiert vom Deutsch-Französischen Freundeskreis Bensheim-Beaune (DFFBB) in Kooperation mit der Weingilde. Die Organisatoren bitten um frühzeitige Anmeldungen. Weitere Informationen unter weingilde-bergstrasse.de.

– Die Weingilde Bergstraße ist Mitglied der Bewegung “Wine in Moderation”, die für Wein mit Maß und Stil wirbt: Es geht um maßvollen Genuss als Teil eines gesunden Lebensstils. Wein ist nach Überzeugung der Gilde-Mitglieder ein hohes traditionsreiches Kulturgut und für viele fester Bestandteil eines guten Essens. Gäste sind bei Weingilde-Veranstaltungen herzlich willkommen; die Gilde nimmt weitere neue Mitglieder auf, die sich für Wein-Kultur interessieren (und bereit sind, auch selbst einmal eine interessante Probe zu organisieren).

Jung und Alt im Gespräch über Weinkultur und Riesling-Qualitäten: Weinkönigin Chiara mit Weingilde-Ehrenmitglied Roland Turowski.

Prickelnder Start 2026

Sektempfang: 200 Jahre Schaumweinproduktion

Bensheim. Die Weingilde Bergstraße erinnert im Jahr 2026 an ein prickelndes Jubiläum: Seit 200 Jahren wird in Deutschland Schaumwein produziert. In dieses Jubiläumsjahr startet die Weingilde deshalb mit einem Sektempfang: Am Samstag, 3. Januar 2026 (ab 11 Uhr).

Interessierte und Gäste sind dazu herzlich willkommen. Neben einem kurzen Vortrag über die Geschichte der Schaumweinproduktion in Deutschland präsentiert die Weingilde Jubiläums-Sektspezialitäten von Deutschlands ältester Sektkellerei.

Hintergrund: Die Gilde beschäftigt sich nicht nur mit Weinkultur, sondern auch mit Filmkultur und Wein-Geschichte. Beim Neujahrsempfang 2025 hatte die Weingilde ins Kino eingeladen und dort zum Historiendrama „Die Witwe Clicquot“ den passenden Champagner präsentiert.

Ein Geschäftspartner dieser Witwe, der die Geheimnisse der Schaumwein-Produktion in Reims (Frankreich) kennengelernt hatte, kam 1826 wieder in seine Heimat nach Deutschland zurück: Hier gründete Georg Christian von Kessler in Esslingen eine Sektkellerei – die älteste Deutschlands. Mit nachhaltigem Erfolg: Bereits ein Jahr später bekam Kessler von König Wilhelm I. von Württemberg die Große Verdienstmedaille des Landes verliehen – für die Förderung des Qualitätsweinbaus. Denn die Gründung der „Champagnerfabrik“ im Jahr 1826 motivierte immer mehr Winzer, minderwertige Massenträger wie Butschera („Putzscheere“) und Heunisch in ihren Weinbergen durch hochwertige Rebsorten (wie Riesling und Klevner) zu ersetzen.

„Unkompliziert: Beim Sekt ein gutes Jahr 2026 wünschen“

Beim Sektempfang der Weingilde zum Jahresauftakt soll jedoch nicht gefachsimpelt oder nur zurückgeblickt werden. Es soll unkompliziert zugehen – mit gemeinsamem Blick in die Zukunft: Interessierte können dazu auch Freunde und Nachbarn mitbringen, um miteinander auf das neue Jahr 2026 anzustoßen: „Wir planen unser Neujahrstreffen ganz bewusst am ersten Samstag des Jahres: Viele werden das mit einem Einkauf in Bensheims Innenstadt verbinden und sich freuen, zum Jahresauftakt vielen Freunden und Bekannten beim Plaudern und einem Glas Sekt alles Gute wünschen zu können.“ Interessierte können sich (Kostenbeitrag für die Sektprobe: 15 Euro für Gäste) bei der Weingilde anmelden. Veranstaltungsort: Scheune an der Stadtmauer (Obergasse 30 in 64625 Bensheim).

Wein oder “KeinWein”?

Gilde verkostet Innovationen

Bensheim / Zwingenberg. Wein oder nicht Wein … Das war die spannende Frage bei einer einzigartigen Veranstaltung der Weingilde Bergstraße mit Getränke-Innovationen, die bisher nur wenige Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Forschung kannten. Hintergrund: Der Markt für alkoholfreie und alkoholreduzierte Alternativen wächst erkennbar über die Nische hinaus. Während der Weinbau weltweit unter einer Nachfrageschwäche leidet und der Pro-Kopf-Verbrauch auch in klassischen Weinländern wie Italien, Frankreich und Spanien sinkt, gewinnt das Segment der alkoholfreien Weine und Schaumweine an Bedeutung – auch in Deutschland. Forscher sehen die Bundesrepublik als größten Markt mit der stärksten Alkoholfrei-Dynamik in Europa.

Eine aktuelle Studie zeigt: “Die Hälfte der Befragten wünscht sich mehr No- und Low-Produkte, bei den 18- bis 29-Jährigen sogar zwei Drittel.” Interessant: Unter den Gästen der Weingilde war auch die amtierende Weinkönigin des Anbaugebietes Bergstraße, Chiara I. Sie gehört selbst zur Generation der jungen Leute mit Experimentierfreude und häufiger Skepsis mit Blick auf den mit klassischen Weinen meist verbundenen Alkoholkonsum. An traditionelle Weine gewöhnte Verbraucher lehnen alkoholfreie Produktangebote bislang oft strikt ab. Da Alkohol im Wein ein Geschmacks- und Aromaträger ist, hatten alkoholreduzierte Varianten bei Vergleichstests zunächst meist mäßig zufriedenstellend abgeschnitten.

Die Verkostung bei der Weingilde Bergstraße dokumentierte: Produzenten lernen dazu. Und es kommen neue Produkte auf den Markt – unterstützt durch Wissenschaft und Forschung.

Getränke mit Aromen aus Weinblättern

Erstmals konnten – bei einer solchen Verkostung – auch Getränke probiert werden, deren Grundlagen in Zwingenberg an der südhessischen Bergstraße wissenschaftlich erforscht wurden. Hintergrund: Ein multidisziplinäres Konsortium aus Biotechnologen, Önologen, Winzern und Nachhaltigkeitsexperten hatte Anfang 2024 mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ein Innovationsprojekt gestartet. Ziel dieses Projektes (Projektname: „SusBev“ – „Sustainable Beverages“) ist das Verwerten und Fermentieren von landwirtschaftlichen Rest- und Nebenströmen aus dem Weinbau zu gesunden und schmackhaften Getränken und Nahrungsmitteln.

Fermentiertes Getränk auf der Basis von Weinblättern – aus Wissenschaft und Forschung: Spannende Verkostung der Weingilde Bergstraße in Bensheim. Fotos: Robert G. Eberle

Wolfgang W. Schäfer (TVC) erklärt die Weinblätter-Ernte für die Getränke-Innovation “KeinWein”.

“Weinkultur pflegen – gemeinsam Neues entdecken”

Konkret: Bisher nicht als Wertstoffe genutzte Blätter und Triebe von neuen, an den Klimawandel angepassten Rebsorten, werden genutzt, um weinähnliche Getränke herzustellen. Die Weingilde Bergstraße hat Projekt-Beteiligte nach Bensheim eingeladen – zum Beispiel Dr. Alice Kleber von der Biotechnologie-Unternehmensgruppe BRAIN Biotech AG. Sie brachte zur Probe fermentierte Getränke auf der Basis von Weinblättern mit (Alkoholgehalt: 0,8 %) – in einer stillen und einer prickelnden Variante. Zudem stellte Wolfgang W. Schäfer vom Beratungsunternehmen Tropical Viticulture Consultants (TVC) die Produktneuheit “KeinWein” vor: Eine (mit den Forschungserkenntnissen in Zwingenberg entwickelte Getränke-Innovation, die nun auf den Mark kommt. Interessant: Die „Kein Wein GmbH“ ist ein Ableger eines renommierten VDP-Weingutes in Gundheim (Rheinhessen). Für dieses Getränk werden unbehandelte junge Blätter regionaler Rebsorten im Mai / Juni im Wonnegau geerntet. Durch ein Bad in kaltem entmineralisiertem Wasser werden die typischen Aromen und natürliche Säure der Rebe extrahiert. Diese Infusion darf kontrolliert reifen und wird dann mit dem Saft der im Herbst ebenfalls aus eigenem Anbau geernteten Trauben verfeinert. Das Getränk schmeckt nicht wie ein typischer Wein – enthält aber Aromen und natürlichen Inhaltsstoffe der Weinrebe und verbindet diese in einem neuen Geschmackserlebnis.

Spannende Verkostung der Weingilde Bergstraße in Bensheim: Der Gilde-Vorstand (hier Manfred Berg, links) will die Entwicklungen in der Getränkebranche weiter aufmerksam beobachten.

Probiert werden konnten bei dieser – seit mehr als einem Jahr vorbereiteten – Verkostung der Weingilde zudem entalkoholisierte Weine aus der Region Bergstraße, aus dem Odenwald, der Pfalz, dem Rheingau und: Ein 2024er aus Katalonien (Spanien). Dessen Geschmack war in einem Vergleichstest von entalkoholisierten Weißweinen als einziger mit “gut” bewertet worden. “Wir werden diese Entwicklungen weiter gemeinsam und aufmerksam beobachten“, kündigen Manfred Berg und Robert Eberle vom Weingilde-Vorstand an. Die Gilde setze sich auch künftig für Weinkultur und ihre Kulturlandschaften ein – „offen für alle, die bei verantwortungsbewusstem Konsum bereit sind, Neues zu entdecken und Wert auf Nachhaltigkeit legen“. Bei allem Engagement für Weinkultur und -Traditionen betrachte es die Weingilde Bergstraße als Pflicht, sich sorgfältig mit der Dynamik auf dem Markt für alkoholfreie und -reduzierte Alternativen zu befassen. Eberle verwies auf das von einer Lebensmittel-Fachzeitschrift gekürte “Produkt des Jahres 2026”: Ein “Sparkling-Mix”, der unter der Verkehrsbezeichnung “aromatisiertes weinhaltiges Getränk” erfolgreich junge Zielgruppen anspricht. Eberle: “Die Weinkultur wird nicht untergehen, sich aber weiterentwickeln. Das wünschen wir auch Winzerinnen, Winzern und Weinbaubetrieben.” 

Spannende Verkostung der Weingilde Bergstraße in Bensheim – auch mit “KeinWein”.
  •  Die Weingilde Bergstraße ist Mitglied der Bewegung “Wine in Moderation”, die für Wein mit Maß und Stil wirbt: Es geht um maßvollen Genuss als Teil eines gesunden Lebensstils. Wein ist nach Überzeugung der Gilde-Mitglieder ein hohes traditionsreiches Kulturgut und für viele fester Bestandteil eines guten Essens. Gäste sind bei Weingilde-Veranstaltungen herzlich willkommen; die Gilde nimmt weitere neue Mitglieder auf, die sich für Wein-Kultur interessieren (und bereit sind, auch selbst einmal eine interessante Probe zu organisieren).

Besuch Weinmesse Straßburg

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BusreiseErlebnis für Feinschmecker am 14. Februar 2026

Wer will am Samstag, 14. Februar 2026, in Straßburg dabei sein? Diesen Termin bei der Weinmesse der unabhängigen Winzer („Salon des Vins des Vignerons Indépendants“) notieren sich viele Weinliebhaber (nicht nur aus Deutschland) seit Jahren fest im Kalender – eine faszinierende Gelegenheit zum Probieren und Wein einkaufen.

Mehr als 500 Aussteller aus ganz Frankreich präsentieren in der großen Messehalle in Straßburg einem Publikum aus Weinkennern und -liebhabern ihre Produkte – aus Regionen wie Elsass, Bordeauxrot, Burgund-Beaujolais, Languedoc-Roussillon, Provence-Korsika, Südwesten-Armagnac, Loiretal-Vendee und Rhonetal. Zudem gibt es leckere Speisen: Wurstwaren, Gänseleber, Käse, Austern und mehr …

Interesse mit uns die Weinmesse in Straßburg zu besuchen?

Abfahrt: 08.00 Uhr am Busbahnhof Bensheim, Rückfahrt 17 Uhr.
Der Bus bringt uns am Samstagmorgen (14. Februar) zur Weinmesse, wo alle stundenlang probieren und ihren Weinbedarf decken können. Der Wein wird in der Messehalle für uns zwischengelagert und vor der Rückfahrt zu unserem Bus gebracht.
Kosten für Busfahrt, Eintritt und Probierglas: rund 48 Euro pro Person.

Interesse? Bitte hier anmelden. Fragen? Einfach eine Mail schreiben … Danke!

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Deutsch-Französischen Freundeskreis Bensheim-Beaune (DFFBB).

Weine Probieren und einkaufen – riesige Auswahl auf der Messe in Straßburg. Fotos: C. Eberle

Weitere Informationen zum Salon des Vins des Vignerons Indépendants

Was kann Bergstraße?

Probe: Weine aus Deutschlands kleinstem Anbaugebiet


Bensheim / Heppenheim / Zwingenberg. Rieslingtradition, Burgunderwunder oder Zukunftswein – weiß, rosé oder rot: Die Vielfalt
im kleinsten Weinbaugebiet Deutschlands ist beeindruckend. Und sie bietet
variantenreich-interessante Möglichkeiten, sich einem Wein zu nähern.

Die Weingilde hat für die nächste Verkostung Bergsträßer Gewächse ausgewählt, die sowohl typisch sind für unser Gebiet als auch die Diversität dicht benachbarter Terroirs widerspiegeln. Die Verkostung erfolgt am Samstag, 18. Oktober 2025, um 19:00 Uhr
in der Stadtmauer-Scheune am Walderdorffer Hof in Bensheim (Obergasse 30).

Anmeldung bitte bis 4. Oktober an vorsitzender@weingilde-bergstrasse.de .

Chiara – neue Weinkönigin

Prinzessin aus Groß-Umstadt trägt nun Krone der Bergstraße

Aus der Prinzessin ist eine Königin geworden: Chiara Fischer hat die Nachfolge von Katja Simon als Bergsträßer Gebietsweinkönigin angetreten. Die 23-Jährige war bisher als Weinprinzessin in Groß-Umstadt in Amt und Würden. Bei der Winzerfest-Eröffnung (6.9.) bekam sie im Winzerdorf auf dem Bensheimer Marktplatz die Krone der Bergstraße .

Chiara Fischer (Foto: Manfred Berg) ist in Groß-Umstadt geboren und aufgewachsen. Sie studierte an der Technischen Universität Darmstadt Gymnasial-Lehramt mit den Fächern Chemie und Sport. Im Herbst startet sie ihr Referendariat am Studienseminar Heppenheim.

„Auch wenn ich nicht klassisch in einer Winzerfamilie groß geworden bin, habe ich schon früh Begeisterung für den Weinbau entwickelt“, erklärt sie. In Schulungen habe sie ihr Wissen über Weinbau, die Geschichte und Herstellung vertieft. Schon in jungen Jahren entstand der Wunsch, Weinprinzessin ihrer Heimatstadt zu werden. Diesen Wunsch konnte sie sich im vergangenen Jahr erfüllen. „Das Amt macht mir so viel Spaß, ich wollte deshalb unbedingt weitermachen.“ So bewarb sie sich beim Weinbauverband als Gebietsweinkönigin – sehr zur Freude von Johannes Bürkle, denn: „Es ist nicht mehr so einfach, junge Menschen zu finden, die ein solches Amt ausüben wollen.“

Mit Chiara Fischer hat die Hessische Bergstraße nicht nur eine sympathische Weinkennerin als Repräsentantin, sondern zugleich eine sehr sportliche. In ihrer Freizeit ist sie Trainerin des Leichtathletik-Kurses am Unisportzentrum in Darmstadt. Im Winter geht sie gerne Skifahren, außerdem tanzt sie in der Garde, geht schwimmen und wandern. „Ebenso wichtig ist mir auch die gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden, bei der auch ein Glas Wein aus unserer Region nicht fehlen darf.“ „Ich freue mich schon auf ein Jahr mit vielen neuen Erfahrungen“, blickte die kommende Weinkönigin voraus. Nach vorne blickt auch Johannes Bürkle. Die Amtszeit von Chiara Fischer endet mit dem Heppenheimer Weinmarkt 2026. Eine Nachfolge gibt es noch nicht. Wer Interesse daran hat, als Botschafterin oder Botschafter den Bergsträßer Wein zu repräsentieren, kann sich per Mail an info@bergstraesser-wein.de beim Weinbauverband in Heppenheim melden.

Hintergrund: Chiara Fischer wird nach ihrer Krönung als sechste Weinkönigin von der Odenwälder Weininsel in die Geschichte der Bergsträßer Hoheiten eingehen. Vor ihr trugen Christel Emmerich (1977/78), Lisa Edling (2002/2003), Annika Büchler (2009/10), Franziska Jourdan (2013/14) und Jana Petermann (2019/20) die Krone. Mehr dazu.

Ananas-Noten im Apfelwein

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Weingilde Bergstraße feiert Sommerfest 2025

Bensheim / Brensbach. Während an der Bergstraße bereits Vorbereitungen auf das Winzerfest 2025 und die Weinlese laufen, konnten Weinfreunde in Bensheim im Spätsommer eine exklusive Probe mit Bio-Apfelweinen aus dem Odenwald genießen. Da „Ebbelwoi“ und „Gespritzer Apfelwein“ in Sommermonaten bei vielen Verbrauchern als prickelnde Erfrischung und Durstlöscher besonders populär sind, hat die Weingilde Bergstraße bei ihrem Sommerfest 2025 (am 23. August) sortenreine Apfelweine verkostet. 

Entdeckungsreise zu sortenreinen Weinen von Obstwiesen

Mit solchen sehr unterschiedlichen Entdeckungsreisen zu Geschichte(n), Weinkultur, Trends und Aromen will die Weingilde Bergstraße immer wieder dokumentieren, „dass wir kein Club von Etikettentrinkern sind, die ständig sündhaft teure Weine berühmter Chateaus und Weingüter probieren und dabei philosophieren“. Gilde-Vorstand Manfred Berg betonte beim Sommerfest in der gemütlichsten Scheune an Bensheims Stadtmauer: „Unsere Gilde ist ein Verein für Weininteressierte – für Menschen, die mehr über die Welt der Weine und die Weinkultur erfahren möchten.“ Dazu gehöre auch, sich wieder einmal mit interessanten Trends bei Apfelweinen zu befassen. „Wir sehen, riechen, schmecken und tasten uns durch die Welt der Weine – gesundheitsbewusst, mit Maß und Stil. Gemeinsam mit enorm viel Spaß bei unseren Treffen“, erläuterte Gilde-Vorstand Robert Eberle, der die Apfelweine aus dem Odenwald vorstellte. Eberle lobte das Engagement einiger Apfelweinkelterer, die mit Erfolg versuchen, die Charakteristika interessanter Apfelsorten zu bewahren: „Also Duft, Aroma und das Spiel von Frucht und Säure dieser Äpfel herauszuarbeiten – so, wie dies die Winzer bei Rebsorten und Trauben mit Blick auf Wein tun“.

Goldparmäne und Trierer Weinapfel im Probierglas

Zur Begrüßung konnten die Gilde-Gäste einen Schaumwein (Cider) „aus vielen Äpfel und ein paar Birnen“ verkosten – die Kombination mit eleganter Birnenfrucht begeisterte. Dann wurden drei sortenreine Apfelweine aus Brensbach im Odenwald (Kelterei Meyer) verglichen. Zum Beispiel ein Wein aus Äpfeln der Goldparmäne, die über viele Jahrhunderte als eine der besten Tafelobstsorten („Königin der Renetten“) galt. Aus dem Sortiment des modernen Erwerbsanbaus ist die pflegeaufwändige und krankheitsanfällige Goldparmäne inzwischen jedoch fast verschwunden. Der fruchtige Bio-Wein aus der alten Kulturapfel-Sorte empfiehlt sich als aromatischer Begleiter für leichte Speisen. Mit den Probiergläsern der Gilde konnten Sommerfestgäste mit ausgeprägtem Geruchs- und Geschmacksinn feine Ananas-Noten im Goldparmäne-Apfelwein entdecken. Der sortenreine Wein aus Rotem Trierer Weinapfel wird als belebender Genuss für Sommertage und gesellige Runden empfohlen – er präsentiert sich vergleichsweise spritzig, mit leichter Zitrusnote. Der samtige Apfelwein vom „Erbachhofer Weinapfel“ („mit warmen Noten von Vanille und Nuss“) wurde als exquisiter Genuss für besondere Momente und herzhafte Gerichte bewertet.

Weine aus Fundus – Thema mit Dynamik in Planungg für Oktober

Zum Ausklang des Festes wurden Weine (auf Traubenbasis …) aus dem Fundus der Gilde probiert. Hintergrund: Immer wieder legt die Weingilde interessante Entdeckungen in den Keller zurück, um ihre Entwicklung zu beobachten und sie Jahre später erneut zu verkosten.

Die Weingilde Bergstraße ist Mitglied der Bewegung “Wine in Moderation”, die für Wein mit Maß und Stil wirbt: Es geht um maßvollen Genuss als Teil eines gesunden Lebensstils. Wein ist nach Überzeugung der Gilde-Mitglieder ein hohes traditionsreiches Kulturgut und für viele fester Bestandteil eines guten Essens. Gäste sind bei Weingilde-Veranstaltungen herzlich willkommen; die Gilde nimmt weitere neue Mitglieder auf, die sich für Wein-Kultur interessieren (und bereit sind, auch selbst einmal eine interessante Probe zu organisieren).

Fotos: rge (Weingilde) / Titelfoto: Verband der deutschen Fruchtsaftindustrie – VdF.

Bergstraße bis Uruguay

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Viognier-Probe der Weingilde: Renaissance eine Rebsorte

Bensheim. Was macht die Rebsorte Viognier für Winzer und Weinliebhaber so attraktiv? Warum erlebt diese früher überwiegend an der Rhône in Frankreich kultivierte Rebsorte, deren Anbaufläche jahrzehntelang kräftig geschrumpft war, eine bemerkenswerte Renaissance? Antworten auf diese Fragen gab eine von der Weingilde Bergstraße organisierte Weinprobe am Freitag (13. Juni 2025) in Bensheim: Die von Cornelia und Robert Eberle präsentierte Entdeckungsreise mit insgesamt neun Weinen führte von der Bergstraße bis nach Uruguay in Südamerika.

Cornelia und Robert Eberle führten die eindrucksvolle Entdeckungsreise - mit neun Weinen von der Bergstraße bis nach Südamerika (Uruguay).

Viele Aromen und experimentierfreudige Winzer

Denn auch an der Bergstraße wird Viognier angebaut: „Unverhofft“ nennt das Weingut Majer (Schriesheim) seinen trockenen Viognier. Weinfreundinnen und Weinfreunde lobten bei der Probe nicht nur das Bouquet (mit dem Duft von Aprikosen, Veilchen, Mandarinen), sondern auch die seidig-geschmeidige Textur (Mundgefühl) sowie den saftigen, langanhaltenden Fruchtgeschmack. Wie unterschiedlich diese Rebsorte Viognier, die weltweit zu den aromatischsten Weißweinen zählt, von experimentierfreudigen Winzern eingesetzt und ausgebaut wird, zeigte sich bei weiteren Weinen aus Frankreich und Italien. Dabei verdeutlichte die Probe an Beispielen auch, was den Viognier als Cuvée-Partner (beim Mischen verschiedener Rebsorten) so interessant macht: Viognier verhilft Cuvées meist zu mehr Frische und fruchtigen Aromen von Birnen, Aprikosen und Pfirsichen. Vor allem in wärmeren Weinbau-Regionen können sie so zum Beispiel den dort oft üppigen wirkenden Chardonnay-Weinen als Cuvée-Partner mehr Leichtigkeit und Komplexität schenken. 

Viogniers aus ihrer Heimat Frankreich - nicht nur aus Condrieu.

„Probe selbst für Weinkenner eine echte Premiere“

Deshalb war die Viognier-Probe der Weingilde eine bisher wohl einmalige Gelegenheit an der Bergstraße, mehr über diese vielseitig einsetzbare Rebsorte zu erfahren – mit ungewöhnlichen Geschmackserlebnissen. Zum Beispiel mit einem Wein aus den Reb-Terrassen von Condrieu (Rhône-Ufer): Viognier-Weine von Condrieu gelten international nach wie vor als eine kostbare Besonderheit, die Weinliebhaber zumindest einmal im Leben probiert haben sollten. Wie eine Umfrage zeigte, hatten selbst die zum Teil sehr erfahrenen Weinkenner unter den Gästen dieser erneut ausgebuchten Weingilde-Veranstaltung nie zuvor an einer so ausführlichen, auf Viognier fokussierten Weinverkostung teilgenommen. 

Überraschung: Viognier gibt Rotweinen stabilere Farbe

Überraschung für die meisten Besucher: Cornelia und Robert Eberle präsentierten zum Ausklang der Viognier-Probe zwei besondere Rotweine. Denn die Weisswein-Rebsorte Viognier ist auch als Cuvée-Partner bei kräftigen Rotweinen beliebt: Sie bringt nicht nur fruchtige und florale Duftnoten ein, sondern sorgt zudem für mehr Aromen und Eleganz – zum Beispiel für bei oft kräftig-würzigen und tanninreichen Syrah-Weinen. Darüber hinaus spürten die faszinierten Gäste der Weingilde-Probe auf ihren Zungen, wie der Viognier eher kantigen Rotweinen eine samtigere Textur gibt – die Weine also harmonischer wirken lässt. Einen anderen Effekt konnten alle in ihren Gläsern sehen: Viognier verbessert die optische Attraktivität – optimiert die Farb-Intensität und -Stabilität. So hatte der 2015er Rotwein zum Finale der Probe aus Uruguay (85% Tannat, 15% Viognier) neben seiner aromatischen Komplexität noch eine bemerkenswert tiefe und satte Farbe. 

Unvergessliche Geschmackserlebnisse will die Weingilde Bergstraße auch bei ihrem Sommerfest 2025 bieten, das für Samstag, den 23. August, geplant ist: Dann verkostet die Gilde mit ihren Gästen (Anmeldung hier) sortenreine Apfelweine – aus dem Odenwald.   

Die Weingilde Bergstraße ist Mitglied der Bewegung “Wine in Moderation”, die für Wein mit Maß und Stil wirbt: Es geht um maßvollen Genuss als Teil eines gesunden Lebensstils. Wein ist nach Überzeugung der Gilde-Mitglieder ein hohes traditionsreiches Kulturgut und für viele fester Bestandteil eines guten Essens.

Viognier folgt Rosé 

Gilde organisiert weitere Trend-Weinprobe

Bensheim. Rosé- und Weissweine erleben einen Aufwärtstrend: Dies zeigt sich auch in der Resonanz auf die Veranstaltungen der Weingilde Bergstraße. Die Rosé-Weinprobe der Gilde am Samstag (24. Mai 2025 ) in Bensheim war komplett ausgebucht. Präsentiert wurden Rosé-Spezialitäten von der Bergstraße, aus Italien, Spanien und natürlich aus Frankreich, wo sich die weltweit bekannteste Rosé-Region (Côtes de Provence, rund 20.000 Hektar) befindet: In der Provence werden aktuell mehr als fünf Millionen Euro in ein “Centre du Rosé” investiert, das sich zur führenden Forschungseinrichtung für Roséwein entwickeln soll. Die von Angelika Czypull vorbereitete Rosé-Verkostung zeigte, dass Rosé-Weine durch ihre faszinierende Aromen- und Farb-Vielfalt mehr sein können als nur ein schillerndes Sommergetränk für den Terrassenabend.

Renaissance ungewöhnlicher Rebsorte

Eine weitere Entdeckungsreise durch Geschichte, Weinkultur, Trends und Aromen organisiert die Weingilde Bergstraße am Freitag, dem 13. Juni 2025 (Beginn: 19 Uhr), in Bensheim. Dann steht die Rebsorte Viognier im Mittelpunkt, die weltweit zu den ungewöhnlichsten und aromatischsten Weißweinen zählt. Die Viognier-Anbaufläche war auch im Rhône-Tal (Heimat) jahrzehntelang geschrumpft. Inzwischen hat sie eine bemerkenswerte Renaissance erlebt – weit über die Grenzen Frankreichs hinaus. Selbst in Weinregionen wie Kalifornien, Australien und Südafrika experimentierten Winzer mit dieser Rebsorte. So werden bei der von Cornelia und Robert Eberle zusammen-gestellten Weinprobe nicht nur Viogniers aus Frankreich, sondern zum Beispiel auch aus Italien, Uruguay und aus Deutschland zu verkosten sein.

Klimawandel fördert Viognier-Interesse

In Deutschland nimmt der Viognier-Anbau ebenfalls leicht zu – etwa 32 Hektar sind hier mit dieser Rebsorte bestockt, die als enorm widerstandsfähig gilt und auch längere Trockenperioden unbeschadet überstehen kann: So ist die zunehmende Erwärmung ein Grund für das wachsende Viognier-Interesse. Weinfreunde loben die enorm fruchtigen und floralen Viognier-Aromen, die zurückhaltende, milde Säure und den Duft im Glas – mit Blumen, Gewürzen, Zitrusfrüchten, Aprikosen und Birnen. Die Viognier-Probe der Weingilde gilt deshalb als seltene Gelegenheit, mehr über diese besondere Rebsorte zu erfahren und neue Geschmackserlebnisse zu entdecken. Zum Beispiel mit einem Wein aus den steilen und steinigen Reb-Terrassen von Condrieu (am rechten Rhone-Ufer): Einst durfte der dort geerntete Wein nur bei besonderen Gelegenheiten ausgeschenkt werden. Mit Blick auf die begrenzte Produktion und die schwierigen Anbaubedingungen gelten Viognier-Weine von Condrieu international nach wie vor als eine kostbare Besonderheit, die Weinfreunde zumindest einmal im Leben probiert haben sollten.  

Faszinierende Viognier-Weine: Einen Teil der Probe hat die Weingilde Bergstraße bei der Weinmesse 2025 in Straßburg eingekauft. Foto: rge

Maß und Stil: Eintauchen in Viognier-Welt

Wer am 13. Juni in Bensheim in die Welt des Viognier einzutauchen möchte, wird mit Blick auf begrenzte Platzkapazitäten gebeten, sich möglichst rasch bei der Weingilde anzumelden: Durch Attraktivität und Exklusivität des Themas rechnet die Gilde erneut mit starkem Interesse – auch von Weininteressierten, die bisher nicht Vereinsmitglieder sind. Die Viognier-Probe kostet 20 Euro (acht Weine – dazu Wasser und Brot). 

– Die Weingilde Bergstraße ist Mitglied der Bewegung “Wine in Moderation”, die für Wein mit Maß und Stil wirbt: Es geht um maßvollen Genuss als Teil eines gesunden Lebensstils. Wein ist nach Überzeugung der Gilde-Mitglieder ein hohes traditionsreiches Kulturgut und für viele fester Bestandteil eines guten Essens.   

Hier einige Bild-Eindrücke von der Rosé-Weinprobe im Mai 2025 (Fotos: rge). Die Probe löste – auch durch Weine, die im Lebensmitteleinzelhandel international erfolgreich vermarktet werden – lebhafte Diskussionen aus. Wegen der starken Resonanz auf das Thema plant die Weingilde 2026 eine weitere Rosé-Probe, bei der Interessierte ihren persönlichen Lieblings-Rosé präsentieren dürfen. Wer hat Lust, mitzumachen? Am besten gleich Interesse signalisieren: Die Weingilde Bergstraße freut sich über weitere nette Weinfreundinnen und Weinfreunde, die gerne gemeinsame Wein-Erlebnisse mitgestalten.