Sekt & Strategie > Zukunft

Bewährte Führungsspitze führt Weingilde ins Jubiläumsjahr 2027

Bensheim / Heppenheim / Zwingenberg. Die Weingilde Bergstraße stellt die Weichen für ihr Jubiläumsjahr 2027: Dann wird die Gilde ihr 25jähriges Bestehen feiern. Bei der Mitgliederversammlung 2026 wurde (am Samstag, 14. März) die Führungsspitze der Weingilde im Amt bestätigt und das Vorstandsteam weiter verjüngt (Einzelheiten dazu sind unten nachzulesen). „Wein ist ein uraltes Kulturgut und wir sehen die enormen Herausforderungen der Branche, in der sich viele Betriebe auch 2026 erkennbar im Krisenmodus befinden. Aber wir registrieren auch die Chancen, die wir gemeinsam nutzen wollen, um die Weinkultur an der Bergstraße weiter zu pflegen“, beschreibt der Weingilde-Vorsitzende Manfred Berg die aktuelle Situation.   

Erste Probe mit 2025er Weinen von der Bergstraße  

Die Mitgliederversammlung der Gilde wurde kombiniert mit einer Weinprobe – mit frisch abgefüllten Weinen des Jahrgangs 2025: Dabei probierten die Gilde-Mitglieder zum Beispiel einen trockener 2025 Sauvignon Blanc vom Weingut Freiberger (Heppenheim), das in diesem Jahr sein 100jähriges Bestehen feiert: Dieser trockene Prädikatswein (Kabinett) des seit 1926 bestehenden Familienbetriebes wurde bei der aktuellen Landesweinprämierung mit einer „Goldenen Preismünze“ ausgezeichnet. Zum Essen präsentierte die Gilde einen 2025er Weißen Burgunder aus der Lage „Bensheimer Kalkgasse“ (Weingut Stadt Bensheim), einen 2025er Roten Riesling vom „Heppenheimer Eckweg“ (Bergsträßer Winzer, Heppenheim) sowie einen 2025er Spätburgunder Blanc de Noir von der Odenwälder Winzergenossenschaft (Groß-Umstadt).  

Blick auf Erfolge und Herausforderungen für Zukunft

Im Bericht des Vorstands erinnerte Manfred Berg an die erfolgreichen Aktivitäten und Veranstaltungen der Weingilde seit der Mitgliederversammlung 2025. Immer wieder wurden spannende Themen und Produkte präsentiert – erstmals auch alkoholfreie Getränke aus Weinblättern – auf der Basis von Forschungen des Biotechnologie-Unternehmens BRAIN aus Zwingenberg. Mit Blick auf die für viele Winzer schwierige Lage auf dem Weinmarkt thematisierte die Weingilde bei ihrer Mitgliederversammlung auch ihre eigenen Herausforderungen für die Zukunft. „Aktuell erfolgen fast achtzig Prozent der Weineinkäufe bei Winzern durch Verbraucher aus der Alterskategorie 55plus. Vom demographischen und kulturellen Wandel bleibt die Arbeit der Weingilde natürlich nicht unberührt“, erläuterte Vorstandmitglied Robert G. Eberle. Wenn Fachleute bis 2040 einen durchschnittlichen Rückgang des Weinabsatzes von jährlich mehr als vier Prozent im Jahr prognostizieren, wirke sich das natürlich auf die Entwicklungspotentiale und Veranstaltungsformate der Weingilde aus.

„Wie die Winzerbetriebe dürfen auch wir den richtigen Zeitpunkt für notwendige Veränderungen nicht verpassen: Wir müssen Trends ausprobieren und durch attraktive, erlebnisorientierte Angebote immer wieder neue Weinfreundinnen und -freunde gewinnen“, so Eberle. Nach dem Jubiläumsjahr 2027 müsse bei der Mitgliederversammlung im Frühjahr 2028 deshalb auch diskutiert werden, ob die aus dem Jahr 2002 stammende Satzung der Weingilde noch in die Zeit passe: „Zur Zukunftssicherung unserer Gilde könnten optimierte Lösungen praktikabler sein.“     

Weingilde erstmals mit Veranstaltung zum „Sekttag“

Beim Weintreff“ – zum Auftakt des Bergsträßer Weinfrühlings (25. April) – will sich die Weingilde auch 2026 erneut engagieren und „Themen-Rundgänge“ anbieten – nicht nur zu Rieslingen und Rotweinen, sondern zudem zu Schaumweinen von der Bergstraße. Hier hat die Gilde prominente Unterstützung angeworben: Weinkönigin Chiara Fischer hat sich bereiterklärt, beim Weintreff im Kultur- und Kongresszentrum („Kuko“) in Bensheim mehrere Themenführungen zu Sekt-Spezialitäten zu übernehmen. Im Rahmen des Weinfrühlings wird die Gilde erstmals eine Veranstaltung zum „Deutschen Sekttag“ organisieren:  Am Samstag, dem 9. Mai (Sekttag 2026), ist eine Probe mit Schaumwein-Spezialitäten aus der Region geplant – ein Termin, zu dem sich Sektfreunde bereits anmelden können (Kostenbeitrag 25 Euro pro Person). Schon den Neujahresempfang hatte die Weingilde prickelnd gestaltet. Denn 2026 feiert die Schaumweinbranche in Deutschland einen runden Geburtstag: 1826 war die erste Sektkellerei auf deutschem Boden gegründet worden.

———————————————————————

Weingilde-Vorstand 2026 – neugewähltes Team

Der neugewählte Vorstand der Weingilde Bergstraße (v.l.n.r.): Robert G. Eberle (2. Vorsitzender), Eric Tjarks (Schriftführer), Anette Klüber-Meyer (Beisitzerin für Internet und Social-Media), Manfred Berg (1. Vorsitzender) und Michael Discher-Remmlinger (Rechner).                                Foto: Weingilde Bergstraße – Conny Karle

Bei der Mitgliederversammlung 2026 der Weingilde Bergstraße standen Neuwahlen auf der Tagesordnung: Manfred Berg (1. Vorsitzender) und Robert G. Eberle (2. Vorsitzender) wurden mit großer Mehrheit für zwei weitere Jahre wiedergewählt. Neuer Rechner des Vereins ist der Finanzexperte Michael Discher-Remmlinger. Er übernimmt das Amt von Achim Weidmann, dessen jahrelanger Einsatz im Vorstand der Weingilde bei der Mitgliederversammlung besonders gewürdigt wurde. Alle, die nicht mehr für ein Vorstandsamt kandidierten (darunter auch Angelika Czypull und Boris Auer) erhielten als Abschiedsgeschenk eine Weinrebe: „Damit das Engagement für Weinkultur in ihrem Leben auch künftig Wurzeln schlägt und sie die Früchte ihres Einsatzes auch in Zukunft in jedem Jahr neu genießen können – im eigenen Garten.“

Eine Rebe und großes Lob für seine langjährige, zuverlässige Mitarbeit bekam auch der bisherige Schriftführer Lothar Meyer. Für ihn rückt Eric Tjarks nach, der dem Vorstand bereits als Beisitzer angehört hat. Neu im Weingilde-Vorstand ist die erfahrene Vereinsmanagerin Anette Klüber-Meyer (Zwingenberg): Sie wird sich künftig vor allem im Aufgabenbereich Internet / Social Media engagieren. Die Gilde will ihre Online-Aktivitäten 2026 weiter ausbauen. So sollen weitere Wein-Interessierte aus der Region für die Veranstaltungen und eine Mitgliedschaft in der Gilde gewonnen werden.           

Verabschiedung aus dem Vorstand der Weingilde Bergstraße: Boris Auer, Angelika Czypull und Lothar Meyer erhielten für ihre langjährige Mitarbeit vom Vorsitzenden Manfred Berg eine Rebe überreicht (s.o.): „Damit ihr Engagement für Weinkultur in ihrem Leben auch künftig Wurzeln schlägt und sie die Früchte ihres Einsatzes auch in Zukunft in jedem Jahr neu genießen können – im eigenen Garten.” Fotos: rge  

Der Weingilde-Ehrenvorsitzende Roland Turowski (s.u.) hat seinem Nachfolger Manfred Berg zur Mitgliederversammlung 2026 eine Überraschung mitgebracht: Ein kleine Glocke, mit der sich der Weingilde-Vorstand an der Bergstraße bei lebhaften Debatten (zum Beispiel über Zukunftsstrategien, Veranstaltungsformate und Weinqualitäten) ab sofort leichter Gehör verschaffen kann.

  • Die Weingilde Bergstraße ist Mitglied der Bewegung “Wine in Moderation”, die für Wein mit Maß und Stil wirbt: Es geht um maßvollen Genuss als Teil eines gesunden Lebensstils. Wein ist nach Überzeugung der Gilde-Mitglieder ein hohes traditionsreiches Kulturgut und für viele fester Bestandteil eines guten Essens. Gäste sind bei Weingilde-Veranstaltungen herzlich willkommen; die Gilde nimmt weitere neue Mitglieder auf, die sich für Wein-Kultur interessieren (und bereit sind, auch selbst einmal eine interessante Probe zu organisieren).

„Mandelbäume in Blüte“

Bergstraße erwartet Sonne und Wanderer in Weinbergen

Heppenheim / Bensheim / Zwingenberg. In Südhessen kommt Frühlingsfreude auf: Viele Mandelbäume in den Weinbergen zwischen Zwingenberg und Heppenheim (Bergstraße) werden in den nächsten Tagen bereits in voller Blüte stehen. Die Mandelbäume mit ihren rosa Blüten gelten als erste Boten des Frühlings. Sie locken schon zahlreiche Insekten an.

Milde Temperaturen sorgen dafür, dass die Blütenknospen platzen. Experten erklären das so: Wärme aktiviert Wachstumshormone der Pflanzen – die Knospen nehmen über die Wurzeln und Leitbahnen Wasser auf und ihre Blütenanlagen dehnen sich um ein Vielfaches aus: Wenn die Knospenschuppen (Schutzschicht vor Austrocknung und gegen Frost) aufplatzen, werden die rosafarbenen oder weißen Blütenblätter sichtbar. Durch das besonders milde Klima in der Rheinebene gilt die erste Baumblüte im März an der Bergstraße als normal – meist mehrere Wochen früher als in anderen Regionen Deutschlands.

Weinfrühling an der Bergstraße: Blühende Bäume in Weinbergen zwischen Heppenheim und Zwingenberg locken vor allem an Wochenenden Wanderer an.  

           Foto: Robert G Eberle

Schon Goethe fasziniert: „Paradies kann nicht schöner gewesen sein“

Schon Goethe soll begeistert gewesen sein: “Kommst du zur Zeit der Mandel-, Pfirsich- und Kirschblüte an die Bergstraße, fühlst du, dass das Paradies nicht schöner gewesen sein kann“. Nach den Mandelbäumen blühen auch die Kirschen und etwas später die Aprikosen. Bei Sonnenschein und frühlingshaftem Hochdruckwetter rechnen Winzer und Tourismusfachleute an den bevorstehenden Wochenenden mit vielen Besuchern, die durch die Weinlagen wandern und den stimmungsaufhellenden Blick auf die blühende Natur genießen wollen.

  • Ende April beginnt der „Bergsträßer Weinfrühling“ (vom 25. April bis 31. Mai 2026). Beim Weintreff am 25. April bietet die Weingilde Bergstraße erneut Themenrundgänge an. Der Weinfrühling bietet viele Möglichkeiten, die Region zu erkunden: Wanderungen durch die Weinberge, Sekt- und Weinproben sowie Kulinarik-Angebote locken in jedem Frühjahr viele zehntausend Gäste in die Region zwischen Heidelberg und Darmstadt.
  • Premiere im Jahr 2026: Die Weingilde feiert im Rahmen des Weinfrühlings am 9. Mai den “Deutschen Sekttag” – mit einer Probe, bei der sieben Sektspezialitäten der Region Bergstraße verkostet werden können (Kostenbeitrag 25 Euro p. P. – Anmeldung hier).
  • Weitere Informationen zum Weinfrühling unter: www.bergstraesser-weinfruehling.de.

Fotos: Robert G. Eberle / Weingilde Bergstrasse.

Prickelnder Start 2026

Sektempfang: 200 Jahre Schaumweinproduktion

Bensheim. Die Weingilde Bergstraße erinnert im Jahr 2026 an ein prickelndes Jubiläum: Seit 200 Jahren wird in Deutschland Schaumwein produziert. In dieses Jubiläumsjahr startet die Weingilde deshalb mit einem Sektempfang: Am Samstag, 3. Januar 2026 (ab 11 Uhr).

Interessierte und Gäste sind dazu herzlich willkommen. Neben einem kurzen Vortrag über die Geschichte der Schaumweinproduktion in Deutschland präsentiert die Weingilde Jubiläums-Sektspezialitäten von Deutschlands ältester Sektkellerei.

Hintergrund: Die Gilde beschäftigt sich nicht nur mit Weinkultur, sondern auch mit Filmkultur und Wein-Geschichte. Beim Neujahrsempfang 2025 hatte die Weingilde ins Kino eingeladen und dort zum Historiendrama „Die Witwe Clicquot“ den passenden Champagner präsentiert.

Ein Geschäftspartner dieser Witwe, der die Geheimnisse der Schaumwein-Produktion in Reims (Frankreich) kennengelernt hatte, kam 1826 wieder in seine Heimat nach Deutschland zurück: Hier gründete Georg Christian von Kessler in Esslingen eine Sektkellerei – die älteste Deutschlands. Mit nachhaltigem Erfolg: Bereits ein Jahr später bekam Kessler von König Wilhelm I. von Württemberg die Große Verdienstmedaille des Landes verliehen – für die Förderung des Qualitätsweinbaus. Denn die Gründung der „Champagnerfabrik“ im Jahr 1826 motivierte immer mehr Winzer, minderwertige Massenträger wie Butschera („Putzscheere“) und Heunisch in ihren Weinbergen durch hochwertige Rebsorten (wie Riesling und Klevner) zu ersetzen.

„Unkompliziert: Beim Sekt ein gutes Jahr 2026 wünschen“

Beim Sektempfang der Weingilde zum Jahresauftakt soll jedoch nicht gefachsimpelt oder nur zurückgeblickt werden. Es soll unkompliziert zugehen – mit gemeinsamem Blick in die Zukunft: Interessierte können dazu auch Freunde und Nachbarn mitbringen, um miteinander auf das neue Jahr 2026 anzustoßen: „Wir planen unser Neujahrstreffen ganz bewusst am ersten Samstag des Jahres: Viele werden das mit einem Einkauf in Bensheims Innenstadt verbinden und sich freuen, zum Jahresauftakt vielen Freunden und Bekannten beim Plaudern und einem Glas Sekt alles Gute wünschen zu können.“ Interessierte können sich (Kostenbeitrag für die Sektprobe: 15 Euro für Gäste) bei der Weingilde anmelden. Veranstaltungsort: Scheune an der Stadtmauer (Obergasse 30 in 64625 Bensheim).

Wein oder “KeinWein”?

Gilde verkostet Innovationen

Bensheim / Zwingenberg. Wein oder nicht Wein … Das war die spannende Frage bei einer einzigartigen Veranstaltung der Weingilde Bergstraße mit Getränke-Innovationen, die bisher nur wenige Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Forschung kannten. Hintergrund: Der Markt für alkoholfreie und alkoholreduzierte Alternativen wächst erkennbar über die Nische hinaus. Während der Weinbau weltweit unter einer Nachfrageschwäche leidet und der Pro-Kopf-Verbrauch auch in klassischen Weinländern wie Italien, Frankreich und Spanien sinkt, gewinnt das Segment der alkoholfreien Weine und Schaumweine an Bedeutung – auch in Deutschland. Forscher sehen die Bundesrepublik als größten Markt mit der stärksten Alkoholfrei-Dynamik in Europa.

Eine aktuelle Studie zeigt: “Die Hälfte der Befragten wünscht sich mehr No- und Low-Produkte, bei den 18- bis 29-Jährigen sogar zwei Drittel.” Interessant: Unter den Gästen der Weingilde war auch die amtierende Weinkönigin des Anbaugebietes Bergstraße, Chiara I. Sie gehört selbst zur Generation der jungen Leute mit Experimentierfreude und häufiger Skepsis mit Blick auf den mit klassischen Weinen meist verbundenen Alkoholkonsum. An traditionelle Weine gewöhnte Verbraucher lehnen alkoholfreie Produktangebote bislang oft strikt ab. Da Alkohol im Wein ein Geschmacks- und Aromaträger ist, hatten alkoholreduzierte Varianten bei Vergleichstests zunächst meist mäßig zufriedenstellend abgeschnitten.

Die Verkostung bei der Weingilde Bergstraße dokumentierte: Produzenten lernen dazu. Und es kommen neue Produkte auf den Markt – unterstützt durch Wissenschaft und Forschung.

Getränke mit Aromen aus Weinblättern

Erstmals konnten – bei einer solchen Verkostung – auch Getränke probiert werden, deren Grundlagen in Zwingenberg an der südhessischen Bergstraße wissenschaftlich erforscht wurden. Hintergrund: Ein multidisziplinäres Konsortium aus Biotechnologen, Önologen, Winzern und Nachhaltigkeitsexperten hatte Anfang 2024 mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ein Innovationsprojekt gestartet. Ziel dieses Projektes (Projektname: „SusBev“ – „Sustainable Beverages“) ist das Verwerten und Fermentieren von landwirtschaftlichen Rest- und Nebenströmen aus dem Weinbau zu gesunden und schmackhaften Getränken und Nahrungsmitteln.

Fermentiertes Getränk auf der Basis von Weinblättern – aus Wissenschaft und Forschung: Spannende Verkostung der Weingilde Bergstraße in Bensheim. Fotos: Robert G. Eberle

Wolfgang W. Schäfer (TVC) erklärt die Weinblätter-Ernte für die Getränke-Innovation “KeinWein”.

“Weinkultur pflegen – gemeinsam Neues entdecken”

Konkret: Bisher nicht als Wertstoffe genutzte Blätter und Triebe von neuen, an den Klimawandel angepassten Rebsorten, werden genutzt, um weinähnliche Getränke herzustellen. Die Weingilde Bergstraße hat Projekt-Beteiligte nach Bensheim eingeladen – zum Beispiel Dr. Alice Kleber von der Biotechnologie-Unternehmensgruppe BRAIN Biotech AG. Sie brachte zur Probe fermentierte Getränke auf der Basis von Weinblättern mit (Alkoholgehalt: 0,8 %) – in einer stillen und einer prickelnden Variante. Zudem stellte Wolfgang W. Schäfer vom Beratungsunternehmen Tropical Viticulture Consultants (TVC) die Produktneuheit “KeinWein” vor: Eine (mit den Forschungserkenntnissen in Zwingenberg entwickelte Getränke-Innovation, die nun auf den Mark kommt. Interessant: Die „Kein Wein GmbH“ ist ein Ableger eines renommierten VDP-Weingutes in Gundheim (Rheinhessen). Für dieses Getränk werden unbehandelte junge Blätter regionaler Rebsorten im Mai / Juni im Wonnegau geerntet. Durch ein Bad in kaltem entmineralisiertem Wasser werden die typischen Aromen und natürliche Säure der Rebe extrahiert. Diese Infusion darf kontrolliert reifen und wird dann mit dem Saft der im Herbst ebenfalls aus eigenem Anbau geernteten Trauben verfeinert. Das Getränk schmeckt nicht wie ein typischer Wein – enthält aber Aromen und natürlichen Inhaltsstoffe der Weinrebe und verbindet diese in einem neuen Geschmackserlebnis.

Spannende Verkostung der Weingilde Bergstraße in Bensheim: Der Gilde-Vorstand (hier Manfred Berg, links) will die Entwicklungen in der Getränkebranche weiter aufmerksam beobachten.

Probiert werden konnten bei dieser – seit mehr als einem Jahr vorbereiteten – Verkostung der Weingilde zudem entalkoholisierte Weine aus der Region Bergstraße, aus dem Odenwald, der Pfalz, dem Rheingau und: Ein 2024er aus Katalonien (Spanien). Dessen Geschmack war in einem Vergleichstest von entalkoholisierten Weißweinen als einziger mit “gut” bewertet worden. “Wir werden diese Entwicklungen weiter gemeinsam und aufmerksam beobachten“, kündigen Manfred Berg und Robert Eberle vom Weingilde-Vorstand an. Die Gilde setze sich auch künftig für Weinkultur und ihre Kulturlandschaften ein – „offen für alle, die bei verantwortungsbewusstem Konsum bereit sind, Neues zu entdecken und Wert auf Nachhaltigkeit legen“. Bei allem Engagement für Weinkultur und -Traditionen betrachte es die Weingilde Bergstraße als Pflicht, sich sorgfältig mit der Dynamik auf dem Markt für alkoholfreie und -reduzierte Alternativen zu befassen. Eberle verwies auf das von einer Lebensmittel-Fachzeitschrift gekürte “Produkt des Jahres 2026”: Ein “Sparkling-Mix”, der unter der Verkehrsbezeichnung “aromatisiertes weinhaltiges Getränk” erfolgreich junge Zielgruppen anspricht. Eberle: “Die Weinkultur wird nicht untergehen, sich aber weiterentwickeln. Das wünschen wir auch Winzerinnen, Winzern und Weinbaubetrieben.” 

Spannende Verkostung der Weingilde Bergstraße in Bensheim – auch mit “KeinWein”.
  •  Die Weingilde Bergstraße ist Mitglied der Bewegung “Wine in Moderation”, die für Wein mit Maß und Stil wirbt: Es geht um maßvollen Genuss als Teil eines gesunden Lebensstils. Wein ist nach Überzeugung der Gilde-Mitglieder ein hohes traditionsreiches Kulturgut und für viele fester Bestandteil eines guten Essens. Gäste sind bei Weingilde-Veranstaltungen herzlich willkommen; die Gilde nimmt weitere neue Mitglieder auf, die sich für Wein-Kultur interessieren (und bereit sind, auch selbst einmal eine interessante Probe zu organisieren).

Was kann Bergstraße?

Probe: Weine aus Deutschlands kleinstem Anbaugebiet


Bensheim / Heppenheim / Zwingenberg. Rieslingtradition, Burgunderwunder oder Zukunftswein – weiß, rosé oder rot: Die Vielfalt
im kleinsten Weinbaugebiet Deutschlands ist beeindruckend. Und sie bietet
variantenreich-interessante Möglichkeiten, sich einem Wein zu nähern.

Die Weingilde hat für die nächste Verkostung Bergsträßer Gewächse ausgewählt, die sowohl typisch sind für unser Gebiet als auch die Diversität dicht benachbarter Terroirs widerspiegeln. Die Verkostung erfolgt am Samstag, 18. Oktober 2025, um 19:00 Uhr
in der Stadtmauer-Scheune am Walderdorffer Hof in Bensheim (Obergasse 30).

Anmeldung bitte bis 4. Oktober an vorsitzender@weingilde-bergstrasse.de .

Ananas-Noten im Apfelwein

Weingilde Bergstraße feiert Sommerfest 2025

Bensheim / Brensbach. Während an der Bergstraße bereits Vorbereitungen auf das Winzerfest 2025 und die Weinlese laufen, konnten Weinfreunde in Bensheim im Spätsommer eine exklusive Probe mit Bio-Apfelweinen aus dem Odenwald genießen. Da „Ebbelwoi“ und „Gespritzer Apfelwein“ in Sommermonaten bei vielen Verbrauchern als prickelnde Erfrischung und Durstlöscher besonders populär sind, hat die Weingilde Bergstraße bei ihrem Sommerfest 2025 (am 23. August) sortenreine Apfelweine verkostet. 

Entdeckungsreise zu sortenreinen Weinen von Obstwiesen

Mit solchen sehr unterschiedlichen Entdeckungsreisen zu Geschichte(n), Weinkultur, Trends und Aromen will die Weingilde Bergstraße immer wieder dokumentieren, „dass wir kein Club von Etikettentrinkern sind, die ständig sündhaft teure Weine berühmter Chateaus und Weingüter probieren und dabei philosophieren“. Gilde-Vorstand Manfred Berg betonte beim Sommerfest in der gemütlichsten Scheune an Bensheims Stadtmauer: „Unsere Gilde ist ein Verein für Weininteressierte – für Menschen, die mehr über die Welt der Weine und die Weinkultur erfahren möchten.“ Dazu gehöre auch, sich wieder einmal mit interessanten Trends bei Apfelweinen zu befassen. „Wir sehen, riechen, schmecken und tasten uns durch die Welt der Weine – gesundheitsbewusst, mit Maß und Stil. Gemeinsam mit enorm viel Spaß bei unseren Treffen“, erläuterte Gilde-Vorstand Robert Eberle, der die Apfelweine aus dem Odenwald vorstellte. Eberle lobte das Engagement einiger Apfelweinkelterer, die mit Erfolg versuchen, die Charakteristika interessanter Apfelsorten zu bewahren: „Also Duft, Aroma und das Spiel von Frucht und Säure dieser Äpfel herauszuarbeiten – so, wie dies die Winzer bei Rebsorten und Trauben mit Blick auf Wein tun“.

Goldparmäne und Trierer Weinapfel im Probierglas

Zur Begrüßung konnten die Gilde-Gäste einen Schaumwein (Cider) „aus vielen Äpfel und ein paar Birnen“ verkosten – die Kombination mit eleganter Birnenfrucht begeisterte. Dann wurden drei sortenreine Apfelweine aus Brensbach im Odenwald (Kelterei Meyer) verglichen. Zum Beispiel ein Wein aus Äpfeln der Goldparmäne, die über viele Jahrhunderte als eine der besten Tafelobstsorten („Königin der Renetten“) galt. Aus dem Sortiment des modernen Erwerbsanbaus ist die pflegeaufwändige und krankheitsanfällige Goldparmäne inzwischen jedoch fast verschwunden. Der fruchtige Bio-Wein aus der alten Kulturapfel-Sorte empfiehlt sich als aromatischer Begleiter für leichte Speisen. Mit den Probiergläsern der Gilde konnten Sommerfestgäste mit ausgeprägtem Geruchs- und Geschmacksinn feine Ananas-Noten im Goldparmäne-Apfelwein entdecken. Der sortenreine Wein aus Rotem Trierer Weinapfel wird als belebender Genuss für Sommertage und gesellige Runden empfohlen – er präsentiert sich vergleichsweise spritzig, mit leichter Zitrusnote. Der samtige Apfelwein vom „Erbachhofer Weinapfel“ („mit warmen Noten von Vanille und Nuss“) wurde als exquisiter Genuss für besondere Momente und herzhafte Gerichte bewertet.

Weine aus Fundus – Thema mit Dynamik in Planungg für Oktober

Zum Ausklang des Festes wurden Weine (auf Traubenbasis …) aus dem Fundus der Gilde probiert. Hintergrund: Immer wieder legt die Weingilde interessante Entdeckungen in den Keller zurück, um ihre Entwicklung zu beobachten und sie Jahre später erneut zu verkosten.

Die Weingilde Bergstraße ist Mitglied der Bewegung “Wine in Moderation”, die für Wein mit Maß und Stil wirbt: Es geht um maßvollen Genuss als Teil eines gesunden Lebensstils. Wein ist nach Überzeugung der Gilde-Mitglieder ein hohes traditionsreiches Kulturgut und für viele fester Bestandteil eines guten Essens. Gäste sind bei Weingilde-Veranstaltungen herzlich willkommen; die Gilde nimmt weitere neue Mitglieder auf, die sich für Wein-Kultur interessieren (und bereit sind, auch selbst einmal eine interessante Probe zu organisieren).

Fotos: rge (Weingilde) / Titelfoto: Verband der deutschen Fruchtsaftindustrie – VdF.