Am 19.8. hat die Weingilde Bergstraße zu ihrem traditionellen Sommerfest eingeladen – und wieder einmal in dem schönen Ambiente in und vor dem Saal der katholischen Gemeinde Zwingenberg. Der Vorstand hat Weine von der hessischen Bergstraße incl. Weininsel und badischen Bergstraße ausgesucht, ein Caterer liefert das Essen und das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite.
Manfred Berg bei der Begrüßung mit Sekt vom roten Riesling
Auch ein kleiner Regenschauer stört unter der Kastanie nicht
rebarriQue, was ist das? Ein in Deutschland entwickeltes, spezielles System als Alternative zu konventionellen Barrique-Fässern für den Barrique-Ausbau Es wird in Hochstadt in der Pfalz von der rebarriQue GmbH & CoKG produziert. Die Grundidee ist ein zerlegbares, viereckiges „Barriquefass“, welches auf den Wand-Innenseiten nahezu beliebig oft erneuert und getoastet (Retoast) werden kann. Die Fassdaubenhölzer sind deutlich kürzer und – mit zunehmender Anzahl der Retoasts – auch dünner als herkömmliche Fassdauben. Dadurch ergibt sich ein bis zu 90% geringer Eichenholzverbrauch für die Produktion von Fassdaubenhölzern sowie ein deutlich geringerer Flächenverbrauch in den Fasslagern der Winzer. Der Hersteller argumentiert mit dem Vorteil der Nachhaltigkeit und begründet dies folgendermaßen: Bei herkömmlichen Fässern werden nur 10 bis 15% der gesamten Holzmasse zur Extraktionvon Phenolen und Tanninen für den Ausbau von Weinen und Spirituosen effektiv genutzt. Der gesamte Rest dieser Holzmasse bleibt leider oft ungenutzt und belastet durch seine energieintensiven Ernte-, Produktions- und Transportbedingungen die Umwelt. Jedes rebarriQue (ein einzelner Behälter) kann beliebig oft zerlegt, ganze Fasswandseiten oder einzelne Fassdauben können ausgetauscht, nachgetoastet und flüssigkeitsdicht wieder zusammengebaut werden.Die Innenflächen können abgehobelt, erneut getoastet und wieder mit Wein belegt werden. Dies ermöglicht ein lösbares Verschluss-System sowohl zwischen den einzelnen Dauben als auch den jeweils vier Fasswandseiten, welches ein einfaches Zerlegen, chemiefreies Nachbearbeiten und vielfaches Rekonditionieren der rebarriQues erlaubt.
2. Weinmarkt: 2022 wurden in Deutschland 8,94 Mio Hektoliter Wein und Most erzeugt, das sind 6 % oder 491.800 Hektoliter mehr als im Vorjahr, 66 % davon Weißweine und 34 % Rotweine (einschließliche Rosé und Rotling). Umgerechnet in 0,75 Liter-Flaschen ergeben das 1,2 Mrd. Flaschen, davon Anteil an Prädikatsweinen 21 % (Vorjahr 15 %). An der hess. Bergstraße waren es mit 33.360 Hektolitern ein plus von 10,8 %. Die größten Anbaugebiete sind nach wie vor Rheinhessen (2.442.105 hl) und die Pfalz (1.790.869 hl). Das kleinste Gebiet ist Mittelrhein (25.458 hl) gefolgt von Sachsen (25.468 hl) und dann die hess. Bergstraße.
3. Mineralität im Wein: Über Mineralien sprechen sowohl Genießer als auch Weinkritiker und Winzer gerne. Schließlich sind Mineralien ein bedeutendes Merkmal der Weinbergs-böden, in die die Wurzeln der Reben greifen. Dass dabei auch Mineralstoffe in die Pflanze gelangen, steht fest. Wie jedoch ist es mit den als mineralisch beschriebenen Weinen? Beeinflussen die Stoffe aus Schiefer, Kalk und Granit tatsächlich auch den Wein? Ja Wein enthält Mineralstoffe. Genau wie jede andere Obstsorte nehmen auch die Beeren der Weinreben Mineralstoffe und Wasser auf. Im Saft, in den Schalen, dem Fruchtfleisch und in den Kernen reichern sich etwa Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen an. Es ist möglich, Mineralität mithilfe physikalischer Standards zu definieren und zu analysieren. Wer einen mineralischen Geschmack im Wein entdeckt, bildet sich diesen also anscheinend nicht nur ein. Was jedoch nicht korrekt ist, ist die Vermutung, Wein schmecke aufgrund gelöster Mineralien so charakteristisch. Mineralstoffe nämlich sind nicht dazu in der Lage, sich zu verflüchtigen und verfügen daher nicht über eine im Bukett vernehmbare Note. Was sie jedoch können: Beeinflussen, wie sich der Wein in Bezug auf seine Säure und schweflige Verbindungen verhält. Schwefel nämlich zeigt sich im Bukett nicht selten in Form einer Feuerstein-Note. Und das ganz ohne gelösten Feuerstein im Glas.
Ein weiterer Faktor: Verfügt ein Wein allgemein über dezent ausgeprägte Aromen, entsteht mehr Raum für mineralische Akzente. Auch der Schwefel kann hier eine Rolle spielen. Hefe nimmt Schwefeldioxid auf und wandelt ihn in Schwefelwasserstoff um. Dieser Vorgang setzt verschiedene Nebenprodukte frei, welche der Genießer später als mineralische Noten wahrnimmt.
Eine bedeutende Aufgabe für jeden Winzer ist es also, seinen Wein im Keller so zu behandeln, dass dieser das durch die in den Trauben enthaltenen Mineralstoffe vorhandene Potenzial möglichst unverfälscht spiegelt. Somit könnte sich das Gestein im Weinberg also doch noch auf den Geschmack auswirken, obwohl es nicht direkt im Wein vorliegt. Ein letzter Punkt, der bei Mineralität im Wein ebenfalls eine bedeutende Rolle spielt, ist die subjektive Wahrnehmung des Genießers und auch seine Annahmen über einen Wein. Der Eindruck von Mineralität entsteht leichter, wenn die rebsortentypischen Akzente oder auch eigene Aromen aus Ausbaubehältern möglichst im Hintergrund stehen. Das, was dann übrigbleibt und sich in der Nase sowie auf der Zunge zeigt, bezeichnen viele gern als mineralisch.
Wein und Sekt stehen für Genussgüter mit hohem Kulturwert. Dies begründet ihr gutes Image ebenso wie die Tatsache, dass sie weniger missbräuchlich konsumiert werden. Damit dies auch so bleibt, engagiert sich die europäische Weinbranche in der gemeinsamen Initiative Wine in Moderation (WiM) für den verantwortungsvollen moderaten Umgang mit Wein und Sekt.
Neben vielen Winzern an der Bergstraße ist auch die Weingilde Mitglied in WiM geworden. Deshalb wird die Weingilde dieses Thema im Rahmen des Weinfrühlings aufgreifen und hat mit Claudia Hammer, der wissenschaftlichen Leiterin von Wein in Moderation, eine überaus kompetente Referentin gefunden. Sie wird am 12.5. im Wappensaal des Dalberger Hofes in Bensheim um 19 Uhr unter dem Motto „bewußt entscheiden, bewußt genießen und bewußt verzichten” auf dieses Thema eingehen.
Demnach müssen Etiketten nach Planungen der EU von allen alkoholischen Produkten einen Warnhinweis enthalten, der über die Gefahren des Alkoholkonsums informiert: einen Warnhinweis, der über die Gefahren des Alkoholkonsums für schwangere Frauen informiert; einen Warnhinweis, der über den Zusammenhang zwischen Alkohol und tödlichen Krebserkrankungen informiert; den Alkoholgehalt des Produkts in Gramm; die Anzahl der im Produkt enthaltenen Kalorien und einen Link zu einer Gesundheitswebsite mit Informationen über Alkohol und seine Schäden. Das soll genauso auch für Wein-Etiketten gelten
Vertreter der europäischen Weinwirtschaft, vor allem der großen Erzeugerländer wie Frankreich, Italien und Spanien, aber auch die deutschen Weinregionen zeigen sich entrüstet darüber, dass die EU-Kommission dem Entwurf ohne Einwände zugestimmt hat und Wein damit Zigaretten gleich gestellt würde. Auch bei den Winzern an der Bergstraße wird Alarm geschlagen, weil Wein ein Kulturgut sei und nicht diskriminiert werden dürfe. Warnhinweise auf Weinflaschen bedeuten überall Verluste: Einkommensverlust, Verlust von Kulturlandschaften, Verlust beim Tourismus, Verluste in der Gastronomie, Subventionsverlust, Genußverlust.
Und hier versucht Wein in Moderation und die Weingilde die aktuelle Debatte mit dem Begriff des moderaten Konsums zu bereichern, denn wir müssen auch sehen, dass die Wertschätzung des Produktes Wein nicht in Gefahr gerät, als reines Suchtmittel gesehen zu werden.
Dem Vortrag schließt sich eine kleine Verkostungsreihe an von Weinen unserer Bergsträßer Winzer, die auch Mitglied bei WiM sind, darunter natürlich auch Weine mit wenig oder gar keinem Alkohol. Es wird ein Kostenbeitrag von 10 € erhoben.
Die Mitgliederversammlung am 17.3. im Wappensaal des Dalberger Hofes ist harmonisch, informativ und stimmig über die Bühne gegangen. Der Jahresbericht und der Kassenbericht des Vorstandes bestätigten die die insgesamt gute Arbeit des Vorstandsteams. Es erfolgte einstimmige Entlastung. 3 neue Mitglieder konnten aufgenommen werden. Und die Planung für zukünftige Veranstaltungen erbrachte 19 Themenvorschläge: 12 von den anwesenden Mitgliedern und 7 von Vorstandsseite.
Der 1. und 2. Vorsitzende bei der Sammlung von Ideen für künftige Veranstaltungen (Foto Christ)
Und dann kam die große Überraschung: der ehemalige Vorsitzende Roland Turowski wurde unter großem Applaus zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Er war Gründungsmitglied, stv. Vorsitzender und 15 Jahre lang Vorsitzender unserer Weingilde.
Der neue und der alte Vorsitzende (Foto Eberle)
Die anschließende festliche Weinprobe mit einem Kerner wom Weingut Amthor, einem feinherben Rotling von Dingeldey und einer roten Cuvee “Magma” aus dem Hause Edling (Weininsel) brachte noch einmal eine lebhafte Diskussion zu den diversen Geschmacks-nuancen, wurde aber dann von dem hübsch angerichteten und wohl schmeckendem Fingerfood vom Dalberger Hof zum Schweigen gebracht.
Am 17.3.2023 findet die Mitgliederversammlung der Weingilde Bergstraße um 19.30 Uhr im Wappensaal des Dalberger Hofes in Bensheim statt. Der Vorstand wird seinen Jahresbericht abgeben und der Rechner über die Finanzen berichten. Wahlen werden erst wieder nächstes Jahr durchgeführt.
Es wird einen Ausblick auf das noch ausstehende Programm 2023 geben und es sollen Vorschläge der Mitglieder zusätzlich aufgenommen werden. Daran schließ sich eine festliche Weinprobe mit Weinen aus dem Anbaugebiet hessische Bergstraße an verbunden mit einem kleinen Abendessen.
Klimakiller Weinflasche, Ökoweinbau, aber dicke, teure Flaschen ohne Mehrwegsystem. Mit Blick auf den ökologischen Fußabdruck ist es für einen Frankfurter Weingenießer beispielsweise keine gute Idee, mit dem Auto nach Rüdesheim zu fahren, um dort ein paar Flaschen guter Weine von einem renommierten Erzeuger zu kaufen. Denn damit verhagelt er dem Winzer die Ökobilanz gründlich, weil dieser CO2-Fußabdruck des Einkäufers neben der Weinerzeugung in Weinberg und Keller den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase deutlich erhöht. Den größten Einfluß auf diese Klimabilanz hat aber die Verpackung. Die Standard-Glasflasche ist gewissermaßen ein Klimakiller. Sie hat einen Anteil von 48 % an den gesamten Treibhausgas-Emissionen, die bei Produktion und Vertrieb von einem Liter Wein entstehen. Viel besser wäre es, den Wein in Mehrweg- und Pfandflaschen zu verwenden. Was bei Bier und Wasser seit Jahrzehnten selbstverständlich ist mit zentralen Annahmestellen, sollte doch im Weinbau auch möglich sein; das würde den ökologischen Fingerabdruck der Weinerzeuger deutlich kleiner ausfallen lassen. Traktorfahren, Düngung, Kühlung, Auslieferung bzw. Abholung und die alkoholische Gärung erzeugen rund 2 Kilo CO2 für einen Liter Wein. Das Hauptproblem ist die Flasche, sie bringt nahezu noch einmal so viele Emissionen wie die Weinherstellung, Diese Emissionen entstehen zwar nicht direkt bei den Weingütern, sondern bei den energieintensiven Glashütten, müssen aber zur Klimabilanz des Weingutes mit gezählt werden. Wenn schon Glasflaschen (von Bag-in-Box, Tetra-Pak oder Plastik, die den Ruf von „Chateau Migraine“ haben, wollen wir gar nicht reden), dann müssen diese leichter werden und ein Mehrweg- oder Pfandsystem eingeführt werden. Das habe auch viel mit dem zu tun, was im Kopf von Kunden passiert, wenn sie vor dem Weinregal stehen: Teurer Wein gehöre für viele intuitiv in eine schwere Flasche.
Deutsche Winzer wollen mehr Weine in Mehrwegflaschen anbieten. Künftig soll es Pfand auch für bestimmte 0,75-Liter-Flaschen geben. Schon länger wird über ein einheitliches Mehrwegsystem für Weinflaschen verhandelt – bislang erfolglos. Nun macht ein Zusammenschluss von Winzern aus Württemberg einen weiteren Schritt in diese Richtung. Die Winzergenossenschaft “Weinheimat Württemberg” will die ersten 0,75-Liter-Mehrwegflaschen für Wein bundesweit einführen. Das neue Pfandsystem für Dreiviertelliter-Flaschen sei noch für dieses Jahr geplant, berichtet die “Lebensmittel Zeitung”. Wie hoch der Flaschenpfand sein wird, steht laut der Genossenschaft noch nicht fest. Sie hat aber bereits eine neue Gesellschaft namens “Wein-Mehrweg eG” begründet, die aktuell aus zwölf Mitgliedern besteht. Sie soll die Weinflaschen in Umlauf bringen und das Pfandsystem regeln. Weinbauern, die an dem System teilnehmen wollen, müssen Mitglied werden. Ein Winzer in der Pfalz (Weingut Galler aus Kirchheim) probiert es schon mit Piwi-Weinen in 0,5 Liiter-Mehrweg-Bierpfandflaschen und wird das auf der diesjährigen ProWein in Düsseldorf vorstellen.
Das Weinanbaugebiet “Hessische Bergstraße” wird zu einem Sektparadies, so stand es im BA im Dez. 2022, nachdem die großen deutschen Weinführer wie Eichelmann, Vinum oder Falstaff ihre Urteile über die Jahrgänge 2021 und 2020 gefällt haben. Erwähnt wird der “Petnat” von Amthor, ein natürlich hergestellter Schaumwein aus Riesling und Kerner. Applaus bekommt auch Rothweilers Sekt aus Lemberger und Merlot und Beifall für die Sekte von Simon-Bürkle. Sowohl die Weiß- als auch die Rotweine finden Beachtung. Die weißen werden teilweise als rassig-fruchtig gelobt und die roten mit ihren abgestimmten Fruchtaromen und schmeichelnden Tanninen erwähnt. Zudem hat das Sekthaus Griesel, das beständig in der Spitzenklasse zu finden ist, den Titel “Weingut des Jahres” erhalten. Griesel 4 Sterne (“famose Kollektion”); Schloß Schönberg 3 1/2 Sterne (“der Spätburgunder zählt mit zu den besten der Bergstraße”); 3 Sterne: Simon-Bürkle (“eine sichere Bank”); 2 Sterne: Rothweiler (“beständige Güte”), Lisa Edling (“überzeugende Kollektion”), ebenso die Bergsträßer Winzer eG; 1 1/2 Sterne: Amthor (“für ein durchweg gut bewertetes Wein-Portfolio”).
Dessertwein: Prinzipiell handelt es sich bei Dessertweinen um Weine, welche im Vergleich zu anderen Tropfen eine nennenswerte Restsüße aufweisen. Entsprechend hierzu gestaltet sich im Regelfall auch ihr Spiel im Bukett und am Gaumen. Klassische Nuancen, die in Dessertweinen zum Ausdruck kommen, sind beispielsweise Trockenfrucht, Honig und Eichenholz. Dennoch ist Dessertwein nicht gleich Dessertwein. Fünf international bekannte Tropfen aus fünf Ländern beweisen die Vielfalt der Charaktere: ———————————- Eiswein ist ein besonderer Genuss, denn er entsteht nicht in jedem Jahrgang. Dies macht ihn zu einem einzigartigen Gesellen, denn andere Süßweine lassen sich deutlich einfacher kreieren. Für Eiswein gefrieren die Trauben am Rebstock im Weinberg. Eine Temperatur von wenigstens minus sieben Grad Celsius, besser noch minus zehn bis zwölf Grad Celsius, braucht es hierfür. Beim Keltern verliert die Frucht sehr viel Wasser und es bleibt zuckerreicher Most zurück. Besonders begehrt ist bei Eisweinen solcher aus Riesling. Er bringt Nuancen von kandierter Orangenschale, Honig und gerösteten Nüssen ins Glas. —————-Sherry stammt aus Spanien und ist einer jener Dessertweine, bei denen hochprozentiger Alkohol die Gärung stoppt. Spanische Winzer verwenden für diesen Weintyp bevorzugt die Rebsorte Palomino Fino und lagern die Weine nach dem sogenannten Solera-System in übereinander gelagerten Fassreihen. Ein Sherry auf der Flasche ist daher in aller Regel eine ausgewählte Cuvée verschiedener Tropfen, was ihn vom Eiswein und vielen anderen Dessertweinen unterscheidet. Geröstete Mandel, Brioche, getrocknete Feige und Eichenholz kommen in Sherrys gerne vor. Farblich variiert der Genussmoment je nach Reife zwischen hellem Gold und dunklem Bernstein. ——————- Mit Portwein kommt ein Dessertwein aus Portugal ins Glas, den viele Genießer gerne auch solo erkunden. Heimat dieses Weins ist das Douro-Tal und es gibt sehr viele verschiedene Varianten von weißen Ports über Ruby Port bis hin zu den besonders beliebten Tawnys. Auch beim Portwein kommt es während des Gärprozesses zum Aufspriten mit hochprozentigem Alkohol. Anschließend lagert der Portwein unterschiedlich lange in Holzfässern und präsentiert sich je nach Lagerdauer intensiver oder schlanker. Ein wichtiger Unterschied zu anderen Dessertweinen ist, dass der Port meist an einem Ort fernab der Gärung entsteht. Besonders gern gesehen sind in Portweinen Noten von getrockneter Aprikose, Eichenholz, Tabakblatt und dunkler Schokolade. Port harmoniert mit gemischten Käseplatten, Früchtebrot, Vanilleeis und Karamellcreme. – —————————————Ein französischer Dessertwein betritt mit dem Banyuls die Bühne. Die kleine Stadt Banyuls-sur-Mer fungiert hier als Namensgeber, denn in ihrer Nähe reifen die Trauben für diesen Genussmoment heran. Spannend ist, dass die Weinmacher hier Trocknen am Rebstock und Aufspriten kombinieren. Die bereits eingetrockneten Trauben ergeben einen süßen Wein, dessen Gärprozess dann mit Hilfe von Alkohol vorzeitig endet. Der Banyuls reift dann wie viele andere Dessertweine in Eichenholz. Charakterlich offenbart er eine besonders intensive und anhaltende Fruchtwürze. Dörrpflaume, Rosine, geröstete Nüsse und dunkle Schokolade tauchen hier auf. – ————————–Der Vin Santo ist ein italienischer Dessertwein, dessen Trauben im Weingut auf Dachböden und Holzregalen trocknen, bevor sie in den Keller gelangen. Malvasia und Trebbiano di Lugano sind die charakteristischen Sorten für Vin Santo. Das Ende der Trocknungsphase kommt zwischen dem ersten Dezember und dem 31. März. Dann keltern die Weinmacher den Wein und lagern ihn anschließend in Fässern aus Eichenholz.Je nach Ziel kreieren Weingüter vom Vin Santo eher trockene oder eher süße Variationen. Trockene Weine eignen sich jedoch weiterhin sehr gut als Dessertwein und sind Fino Sherrys ähnlich. Farblich zeigt sich der Vin Santo in unterschiedlich dunklen Goldgelb-Varianten und im Bukett und am Gaumen zeigen sich Nuancen von Karamell, getrockneter Aprikose, Honig und kandierter Zitruszeste. Besonders an diesem Dessertwein ist, dass er in seiner Heimat fest verknüpft mit dem Genuss von Cantuccini ist. Die kleinen Mandelplätzchen passen hervorragend zu diesem Dessertwein
Bei der Veranstaltung Wein und Poesie der Weingilde spendete der vortragende Künstler Jürgen Kotrade die ausgesuchten Weine und so beschlossen die genießenden Zuhörer einen Obulus als Spende für die Tafel Bensheim zu entrichten. Dieser Tage ist diese Spende übergeben worden. Es sind 1.000 € zusammen gekommen, die der 1.Vors. der Weingilde Bergstraße Manfred Berg, der Rechner Achim Weidmann und der Künstler Jürgen Kotrade an Frau Mariette Rettig von der Tafel Bensheim übergeben konnten.
Die weinbaulichen Kenndaten für die hessische Bergstraße mit Stand vom Juli 2022 zeigen eine bestockte Rebfläche von 463,3 ha, davon 64,2 ha in Steillagen. Den größten Anteil nimmt die Rebsorte Riesling mit 36,24 % ein, gefolgt vom grauen Burgunder mit 12,82 %, dann der Spätburgunder mit 10,7 % vor dem Müller-Thurgau mit 5,26 % und dem grünen Silvaner mit 3,06 %. Sonstige Weißweine werden mit 21,85 % angegeben und sonstige Rotweine mit 10,07 %. Genossenschaftlich organisierte Betriebe bearbeiten 61,28 % der Rebfläche mit 218 Ablieferern. Insgesamt zählt die hess. Bergstr. 356 Betriebe, davon 6 größer als 10 ha und 119 bis 1 ha. Der durchschnittliche Jahresertrag der letzten 10 Jahre lag bei 68,67 Hektoliter je Hektar.
Ein heißer Glühwein zwischen den kalten Fingern in der Adventszeit schafft Besinnlichkeit und Wärme. Bereits die Römer versetzten den Wein mit Honig und Gewürzen, um ihn zu veredeln.Glühwein ist traditionell ein aromatisiertes Getränk, gewonnen aus Rot- oder Weißwein, Zucker und Gewürzen. Ursprünglich wurde Glühwein nur aus Rotwein, später auch aus Weißwein hergestellt. Wird Weißwein verwendet, ist die Verkehrsbezeichnung Glühwein um die Worte “aus Weißwein” zu ergänzen. Neu gibt es jetzt auch Rosè-Glühwein, der aus Rosèwein oder einer Mischung von Rot- und Weißwein hergestellt werden kann. Vor der Glühweinbereitung muß der Wein in der Kellerbuchführung als “Grundwein zur Herstellung von Glühwein” eingetragen werden.
Ein Rotwein, der zur winterlichen Kaminzeit passt, zeichnet sich durch angenehm ausbalancierte Frucht und Würze aus. Zu den würzigen Nuancen dieser Weine gehören beispielsweise Eichenholz, Röstaromen, Tabakblatt, Leder und dunkle Schokolade. Auch kräftiges Tannin ist im Winter ein beliebter Gast im Glas. Samtweich im Mundgefühl, prall und voluminös gibt es den zumeist im Holzfass gereiften Rotweinen viel Struktur und Größe. Die Frucht eines Kaminweines ist dunkel und harmoniert mit den würzigen Akzenten. Schwarzkirsche, Brombeere, Cassis und getrocknete Feigen finden sich in den Winterweinen aus roten Rebsorten wieder. Die Rebsorten selbst sind oft prädestiniert für vollmundigen Genuss. Sortenreine Weine aus Pinot Noir, Syrah, Tempranillo und Primitivo etwa begeistern zu Kerzenschein und knisternden Holzscheiten. Zugleich kommen auch Cuvées bestens an. Spanischer Rioja, Rotwein aus der Toskana und auch Portwein aus Portugal fühlen sich im Glas zur besinnlichen Saison mehr als nur wohl.
Etiketten in Europa: Ein gemeinsamer Rahmen für alle: Damit Weinetiketten als Informationsquelle dienen können, existiert in der Europäischen Union eine gesetzliche Richtlinie. Sie legt die inhaltliche und optische Gestaltung fest. Hier enthalten sind nicht nur die zugelassene Schriftgröße, sondern auch verpflichtende Angaben wie:die Qualitätsstufe, die geografische Herkunftsangabe, der Alkoholgehalt, die Amtliche Prüfnummer,die Loskennzeichnung und Hinweise für Allergiker im Hinblick auf Sulfite und Schönungsmittel mit Eiweiß. So erlaubt das Gesetz den Aufdruck von Rebsorten nur, wenn es sich um:einen sortenreinen Wein, eine Cuvée mit nur zwei Rebsorten, oder eine Cuvée mit mindestens 85 Prozent einer Rebsorte handelt.
Andere Länder, andere Etiketten? Kleine Unterschiede kennenlernen. Die Rahmendbedingungen der Europäischen Union sind zweifellos ein erster Schritt, um die Welt der Weinetiketten einheitlicher zu gestalten. Dennoch bleibt es dabei, dass sich zwischen den einzelnen Weinländern durchaus Unterschiede ergeben . Deutschland: Bei deutschen Weinflaschen ist das Rückenetikett für gewöhnlich die Hauptinformationsquelle. Hier finden sich Angaben zum Erzeuger sowie dem Abfüller und zu allen oben genannten Pflichtaspekten. Ebenfalls zu finden sind auf deutschen Etiketten nicht selten Informationen rund um:die Klassifikation der Lage, das Prädikat (Kabinett, Auslese, Spätlese, Beerenauslese, Eiswein, Trockenbeerenauslese), die Qualitätsstufeund die geschmackliche Richtung (trocken, halbtrocken, feinherb, lieblich). Frankreich: Bei französischen Weinen und Etiketten ergeben sich einigekleine Unterschiede zu deutschem Wein. So kommt es in Frankreich seltener vor, dass Winzer die Rebsorte nennen. Sie fokussieren sich öfter auf den Namen des Weins, den Erzeuger und die Weinregion. .Auch Subregionen innerhalb großer Anbaugebiete wie etwa dem Burgund geben französische Winzer gerne an. Das vor allem, weil viele Regionen bekannt für bestimmte Rebsorten sind und sich somit trotz der fehlenden Angabe Hinweise auf die verwendete Traube ergeben. Italien und Spanien: italienische und spanische Weinetiketten sind sich recht ähnlich. Sie unterscheiden sich zudem nur unwesentlich von französischen Etiketten. So finden sich hier der Weinname, der Erzeuger und das Anbaugebiet als zentrale Informationen.Hinzu kommen häufig Angaben zur Qualitätsstufe, welche je nach Wein sowohl regionale als auch altersspezifische Details offenbart. Ein Crianza ist beispielsweise ein jüngerer Wein als ein Reserva und ein IGT-Wein gehört einer geringeren Qualitätsstufe als ein DOCG-Wein an. Auch Informationen zur Reife in Holz geben Winzer vor allem in Spanien gerne an. Die Weinländer der neuen Welt – also beispielsweise Chile, Australien, Südafrika und Kalifornien – unterliegen nicht den Vorgaben der Europäischen Union. Daher fallen ihre Weinetiketten nicht selten etwas anders aus und Winzer gestalten sie freier. Informationen finden Genießer dann entweder komprimiert auf dem Vorderetikett oder auf Vorder- und Rückenetikett verteilt. Klassische Angaben auf Etiketten aus der neuen Welt sind: der Erzeuger, der Weinname, der Jahrgang, das Anbaugebiet (z.B. Stellenbosch) und die Rebsorte.
Quellen: Regierungspräsidium Darmstadt/Dezernat Weinbau, ddw (der deutsche weinbau), Silkes Weinkeller
Der Jahresabschluß der Weingilde fand diesmal im “Kuhstall” des Weinguts Jäger in Bensheim statt. 1. Vors. Manfred Berg konnte ca 40 Personen begrüßen. Angestoßen wurde mit einem Chardonnay-Sekt von der Lage Bensheimer Kirchberg, dann folgte die inzwischen bundesweit bekannte Spezialität der Bergstraße, ein roter Riesling, eine Weißweintraube, die aber vom Weingut wie ein Rotling oder Rose in der Flasche steht – einmalig an der Bergstraße. Eine Cuveè von Chardonnay und weißer Burgunder rundet dann die erste Probe ab.
Manfred Berg bei der Begrüßung
Hauptakteure dieses Abends waren Stefanie und Manfred Berg sowie Michael Jäger, die die Weine sachkundig besprochen haben. Mit einem kleinen Zwischenprost schaltete sich noch Mitglied Jürgen Kotrade ein, der die biblische Gestalt Noah in Verbindung mit edlem Wein würdigte, ein Vorgeschmack auf die nächste Veranstaltung der Weingilde am 20.1.2023 im PiPaPo-Theater: Wein und Gedicht. Nach einer schönen Brotzeit gab es zum Abschluß noch eine 2019er Auslese vom roten Riesling Lage Bensheimer Hemsberg.
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