„Champagner und Juwelen“

Hervorgehoben

Prickelnder Jahresausklang der Weingilde

Bensheim. Das Jahr 2025 hat mit Champagner begonnen. Und so geht es bei der Weingilde Bergstraße auch zu Ende: Zum Jahresauftakt hatte die Gilde einen Neujahrsempfang im Kino organisiert – mit dem Historiendrama „Die Witwe Clicquot“ und dem dazu passenden Champagner. Zum Jahresausklang konnte – mit Blick auf viele erfolgreiche Veranstaltungen – nun Bilanz gezogen und erneut von diesem Champagner ausgeschenkt werden. Da sich die Weingilde (als Mitglied der Bewegung „Wine in Moderation“) für einen maßvollen Alkoholgenuss als Teil eines gesunden Lebensstils engagiert, waren vom Neujahrsempfang im Kino noch Flaschen dieses edlen Festgetränks übrig: Ein prickelnder Auftakt für das Gildetreffen zum Jahresabschluss 2025 in der Scheune an der Stadtmauer – hinter dem ältesten Fachwerkhaus Südhessens in Bensheim.

„2022er Riesling – für Nicht-Riesling-Trinker“

Mit dabei: Die amtierende Bergsträßer Weinkönigin Chiara. Sie nutzt die Veranstaltungen der Weingilde gezielt, um Neues kennenzulernen. Denn bei aller Sympathie für Geschichte und Tradition: Immer wieder können Mitglieder und Gäste der Weingilde Bergstraße spannende Entdeckungen machen – auch beim Jahresabschluss. Viele kannten Mathias Lach bislang nicht, der fünf Weine seines Weinguts (Sitz: Bensheim) präsentierte und schwärmte: „An der Bergstraße gibt es Juwelen an Boden und Mikroklima –  sogenanntes Terroir, die in der Pfalz die besten Lagen sind!“

Matthias Lach hatte 2016 die ersten Rebflächen in Hemsbach übernommen. Inzwischen bewirtschaftet er rund zwei Hektar an der badischen Bergstraße ( größtenteils in Hemsbach, sowie in Laudenbach, Weinheim-Lützelsachsen und Weinheim-Hohensachsen. Lach will (mit “Hand & Herz”) dazu beitragen, Weinberge  und die Kulturlandschaft an der Bergstraße zu bewahren! Er präsentierte der Weingilde einen Riesling für Menschen, die normalerweise keinen Riesling mögen: Einen 2022er aus der Lage Hemsbacher Herrnwingert (mit nur 5,5,Gramm Säure). Auch über die anderen Weine (Grauburgunder, Rosé, Pinot Noir und eine „Selektion Rot“ kamen die Gildegäste mit dem Produzenten ins Gespräch. Lach will nach eigenen Worten „die handwerklichen Möglichkeiten im Weinbau ausschöpfen,  um spannende Weine zu produzieren.“

Programm 2026: Fahrt zur Weinmesse nach Straßburg

Nach dem Jahresausklang 2025 mit Weinen von der badischen Bergstraße arbeitet die Weingilde an ihrem Jahresprogramm 2026: Ein Termin steht bereits fest: Am Samstag, 14. Februar 2026, ist in Straßburg die Weinmesse der unabhängigen Winzer („Salon des Vins des Vignerons Indépendants“) – eine faszinierende Gelegenheit zum Probieren und Wein einkaufen. Für Weinliebhaber von der Bergstraße fährt zu diesem Ereignis ein Bus von Bensheim (Abfahrt 8:00 Uhr) nach Straßburg und abends zurück – organisiert vom Deutsch-Französischen Freundeskreis Bensheim-Beaune (DFFBB) in Kooperation mit der Weingilde. Die Organisatoren bitten um frühzeitige Anmeldungen. Weitere Informationen unter weingilde-bergstrasse.de.

– Die Weingilde Bergstraße ist Mitglied der Bewegung “Wine in Moderation”, die für Wein mit Maß und Stil wirbt: Es geht um maßvollen Genuss als Teil eines gesunden Lebensstils. Wein ist nach Überzeugung der Gilde-Mitglieder ein hohes traditionsreiches Kulturgut und für viele fester Bestandteil eines guten Essens. Gäste sind bei Weingilde-Veranstaltungen herzlich willkommen; die Gilde nimmt weitere neue Mitglieder auf, die sich für Wein-Kultur interessieren (und bereit sind, auch selbst einmal eine interessante Probe zu organisieren).

Jung und Alt im Gespräch über Weinkultur und Riesling-Qualitäten: Weinkönigin Chiara mit Weingilde-Ehrenmitglied Roland Turowski.

Bergstraße bis Uruguay

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Viognier-Probe der Weingilde: Renaissance eine Rebsorte

Bensheim. Was macht die Rebsorte Viognier für Winzer und Weinliebhaber so attraktiv? Warum erlebt diese früher überwiegend an der Rhône in Frankreich kultivierte Rebsorte, deren Anbaufläche jahrzehntelang kräftig geschrumpft war, eine bemerkenswerte Renaissance? Antworten auf diese Fragen gab eine von der Weingilde Bergstraße organisierte Weinprobe am Freitag (13. Juni 2025) in Bensheim: Die von Cornelia und Robert Eberle präsentierte Entdeckungsreise mit insgesamt neun Weinen führte von der Bergstraße bis nach Uruguay in Südamerika.

Cornelia und Robert Eberle führten die eindrucksvolle Entdeckungsreise - mit neun Weinen von der Bergstraße bis nach Südamerika (Uruguay).

Viele Aromen und experimentierfreudige Winzer

Denn auch an der Bergstraße wird Viognier angebaut: „Unverhofft“ nennt das Weingut Majer (Schriesheim) seinen trockenen Viognier. Weinfreundinnen und Weinfreunde lobten bei der Probe nicht nur das Bouquet (mit dem Duft von Aprikosen, Veilchen, Mandarinen), sondern auch die seidig-geschmeidige Textur (Mundgefühl) sowie den saftigen, langanhaltenden Fruchtgeschmack. Wie unterschiedlich diese Rebsorte Viognier, die weltweit zu den aromatischsten Weißweinen zählt, von experimentierfreudigen Winzern eingesetzt und ausgebaut wird, zeigte sich bei weiteren Weinen aus Frankreich und Italien. Dabei verdeutlichte die Probe an Beispielen auch, was den Viognier als Cuvée-Partner (beim Mischen verschiedener Rebsorten) so interessant macht: Viognier verhilft Cuvées meist zu mehr Frische und fruchtigen Aromen von Birnen, Aprikosen und Pfirsichen. Vor allem in wärmeren Weinbau-Regionen können sie so zum Beispiel den dort oft üppigen wirkenden Chardonnay-Weinen als Cuvée-Partner mehr Leichtigkeit und Komplexität schenken. 

Viogniers aus ihrer Heimat Frankreich - nicht nur aus Condrieu.

„Probe selbst für Weinkenner eine echte Premiere“

Deshalb war die Viognier-Probe der Weingilde eine bisher wohl einmalige Gelegenheit an der Bergstraße, mehr über diese vielseitig einsetzbare Rebsorte zu erfahren – mit ungewöhnlichen Geschmackserlebnissen. Zum Beispiel mit einem Wein aus den Reb-Terrassen von Condrieu (Rhône-Ufer): Viognier-Weine von Condrieu gelten international nach wie vor als eine kostbare Besonderheit, die Weinliebhaber zumindest einmal im Leben probiert haben sollten. Wie eine Umfrage zeigte, hatten selbst die zum Teil sehr erfahrenen Weinkenner unter den Gästen dieser erneut ausgebuchten Weingilde-Veranstaltung nie zuvor an einer so ausführlichen, auf Viognier fokussierten Weinverkostung teilgenommen. 

Überraschung: Viognier gibt Rotweinen stabilere Farbe

Überraschung für die meisten Besucher: Cornelia und Robert Eberle präsentierten zum Ausklang der Viognier-Probe zwei besondere Rotweine. Denn die Weisswein-Rebsorte Viognier ist auch als Cuvée-Partner bei kräftigen Rotweinen beliebt: Sie bringt nicht nur fruchtige und florale Duftnoten ein, sondern sorgt zudem für mehr Aromen und Eleganz – zum Beispiel für bei oft kräftig-würzigen und tanninreichen Syrah-Weinen. Darüber hinaus spürten die faszinierten Gäste der Weingilde-Probe auf ihren Zungen, wie der Viognier eher kantigen Rotweinen eine samtigere Textur gibt – die Weine also harmonischer wirken lässt. Einen anderen Effekt konnten alle in ihren Gläsern sehen: Viognier verbessert die optische Attraktivität – optimiert die Farb-Intensität und -Stabilität. So hatte der 2015er Rotwein zum Finale der Probe aus Uruguay (85% Tannat, 15% Viognier) neben seiner aromatischen Komplexität noch eine bemerkenswert tiefe und satte Farbe. 

Unvergessliche Geschmackserlebnisse will die Weingilde Bergstraße auch bei ihrem Sommerfest 2025 bieten, das für Samstag, den 23. August, geplant ist: Dann verkostet die Gilde mit ihren Gästen (Anmeldung hier) sortenreine Apfelweine – aus dem Odenwald.   

Die Weingilde Bergstraße ist Mitglied der Bewegung “Wine in Moderation”, die für Wein mit Maß und Stil wirbt: Es geht um maßvollen Genuss als Teil eines gesunden Lebensstils. Wein ist nach Überzeugung der Gilde-Mitglieder ein hohes traditionsreiches Kulturgut und für viele fester Bestandteil eines guten Essens.