Herausragende Bordeaux Probe

Weine aus dem Bordelais beschäftigen die Weingilde seit längerem: begonnen hat es im Febr. 2023 mit dem Thema: „Bordeaux – aber erschwinglich“, setzte sich im Oktober 2024 fort mit der gesamten Breite des Bordeaux und gipfelte im Oktober 2026 in einer Verkostung der gehobenen Klasse der Bordeauxweine. Einen ähnlichen 3er-Zyklus hat unsere Gilde schon einmal mit Toskana-Weinen gemacht, die einigen der Bordeaux-Teilnehmer noch in guter Erinnerung ist.

Unser Mitglied Winfried Christ hat sich mit Sohn Ferdinand, einem ausgewiesenen Bordeaux-Kenner,  die Aufgabe gestellt unter 3000 Chateaux 8 für diese Verkostung auszuwählen. Mit über 110.000 Hektar Reben ist die Bordeaux-Region das größte zusammenhängende Weinanbaugebiet der Welt. Deutschland kommt mit all seinen 13 Anbaugebieten gerade einmal auf 100.000 Hektar. In Deutschland sind allen Weininteressierten die klaren Regeln der heimischen Qualitätsmerkmale ziemlich bekannt. Im Bordelais mit sein 60 Appellationen , die bis auf das Jahr 1855 zurückgehen, wird diese Unterscheidung schon deutlich schwieriger. Nachdem die Mitglieder der Gilde aber schon durch die 2 vorhergehenden Verkostungen umfangreiche Kenntnisse gesammelt haben, kann man folgende Regel festhalten: Je kleiner das Gebiet, auf das sich die Appellation bezieht, desto höher sind Qualität, Ansehen und Preisniveau .

Die Referenten haben sich bei der Weinauswahl für den Jahrgang 2018 entschieden, weil der über alles gesehen einer dergrößten Jahrgänge war mir einer dermaßen opulenten Frucht und verführerischen Strahlkraft, mit einem rundenTrinkfluß und saftigen Charakter, üppig und ohne kühle Zurückhaltung. Nach starkem Regen im Frühjahr folgte eineHitzeperiode im Sommer, das führte zu kleineren Beeren und einer hohen Aromakonzentration.

Die Bordeaux-Region teilt sich im Grunde in 2 Gebiete auf: linkes und rechtes Ufer. Das meint links und rechts von der Gironde bzw. von Garonne und Dordogne, die sich am Ende zur Gironde vereinigen. Sie ist zwar nur 75 km lang, aber ein Zauberstab für diese Region. Sie schafft ein Mikroklima, das weltweit einzigartig ist mit einer Kies- und Schwemmlandschaft auf der einen  Seite und Lehm, Ton und Kalk auf der anderen Seite.

Winfried und Ferdinand Christ starten mit der rechten Seite, die schwerpunktmäßig von Merlot dominiert wird,  mit 3 Weinen von der Appellation Pomerol und St. Emilion, dem schließen sich 4 Weine der rechten Seite an, die von der Rebe Cabernet Sauvignon beherrscht wird, mit den Appellationen St. Julien, Paulliac und Margaux.

Alle Weine sind ja bekanntermaßen Cuvees, wo noch zu den ob. gen. Rebesorten Cabernet Franc oder Petit Verdot dazu kommen.  Das rechte Ufer mit den Merlot dominierten Weinen ist meist runder, fruchtiger und hat sanftere Gerbstoffe und würde von dem dominierenden Cabernet Sauvignon des linken Ufers, der deutlich tanninstärker, säurereicher und kräftiger ist, gaumenmäßig so beansprucht bzw. ausgetrocknet werden, daß die subtileren, weicheren Noten des rechten Ufers danach noch kaum wahrnehmbar wären.

Den Referenten ist es gelungen mit ihrer Auswahl genau diese Unterschiede hreraus zu arbeiten: die weiche Textur mit den reifen Pflaumen- und dunklen Kirscharomen, den blumigen und würzigen Noten geprägt von samtenen Tanninen auf dem rechten Merlot geprägten  Ufer und dagegen die Schwarzbeer- und Brombeeraromen, Zedern-, Tabak- und Graphitnoten mit dem festen, straffen Tannin der Cabernet Sauvignon Weine des linken Ufers. Zur Überraschung der teilnehmenden Genießer wird ein 100prozentiger Cabernet Sauvignon aus dem Nappa Valley Kalifornien dazwischen geschmuggelt, um die kräftige Strukturdieser Rebsorte heraus zu arbeiten.

Einige Weine werden kontrovers diskutiert, aber alles sind sich einig, daß große Weine ins Glas gekommen sind und die Aromendichte und der lang nachhallende Abgang seinesgleichen sucht.

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