﻿{"id":57696,"date":"2022-05-21T16:52:04","date_gmt":"2022-05-21T14:52:04","guid":{"rendered":"https:\/\/weingilde-bergstrasse.de\/wordpress\/?p=57696"},"modified":"2022-05-23T16:39:25","modified_gmt":"2022-05-23T14:39:25","slug":"was-wir-vielleicht-noch-nicht-gewusst-haben-folge-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weingilde-bergstrasse.de\/wordpress\/was-wir-vielleicht-noch-nicht-gewusst-haben-folge-10\/","title":{"rendered":"Was wir vielleicht noch nicht gewu\u00dft haben &#8211; Folge 10"},"content":{"rendered":"\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Bei der letzten Weinverkostung der Weingilde mit Weinen aus der Region Nahe waren fast alle Weine spontan vergoren. Da tauchen mal wieder viele Fragen auf. <\/li><li><strong>Was ist Spontanverg\u00e4rung?<\/strong> Warum eigentlich? Schmeckt man das? Welchen Einflu\u00df hat das auf den Wein?                                                                                                                                     <\/li><li>Unter <strong>Spontang\u00e4rung versteht man<\/strong> die G\u00e4rung, die im nat\u00fcrlichen Proze\u00df von selbst eintritt, durch die Hefen und Mikroorganismen, die der Most aus dem Weinberg mitbringt. Fr\u00fcher (bis in die 70er Jahre) kannte man nur diese Art von G\u00e4rung. Heute werden die Moste vielfach stark vorgekl\u00e4rt und Reinzuchthefen zugesetzt, die in vielen Varianten am Markt angeboten werden.<\/li><li>Die G\u00e4rung verl\u00e4uft dann in aller Regel zwar problemfrei, und der Winzer kann sein Risiko minimieren, allerdings entstehen damit auch uniformere Weine. Viele Weinliebhaber schw\u00e4rmen daher wieder von der <strong>Spontang\u00e4rung und Terroir-gepr\u00e4gten Weinen.<\/strong> Macht sie eine Spontang\u00e4rung wirklich kr\u00e4ftiger und vielschichtiger, oder ist das mehr Glaubensache, wenn nicht gar Scharlatanerie? Schon l\u00e4nger arbeiten engagierte Winzer die Terroir-Pr\u00e4gung ihrer Weine heraus. Gemeint sind die Geschmackseinfl\u00fcsse des Boden, des tieferen Untergrunds, der Feuchtigkeit, der Hangneigung, dem Kleinklima usw. So entstand der Versuch, auch den nat\u00fcrlichen Hefen, welche die Trauben aus dem Weinberg mitbringen, wieder mehr pr\u00e4genden Einfluss zu geben.                                                                                      <\/li><li>Alle diese<strong> Mikroorganismen<\/strong> kommen reichlich in der Natur vor und gelangen auf den Trauben und mit dem Most in den Keller. Auch dort leben dem Auge verborgene Hefen in gro\u00dfer Zahl und pr\u00e4gen den Weinstil eines Betriebes mit. Ein sich selbst \u00fcberlassener Most f\u00e4ngt daher spontan an zu g\u00e4ren. So war es \u00fcber Jahrhunderte. Heute sind etwa 700 Hefearten mit 5000 St\u00e4mmen bekannt. <strong>Die wichtigste und erw\u00fcnschte Hefe, welche sch\u00f6ne fruchtige Weine bringt, ist die Saccharomyces cerevisiae<\/strong>, von der es wiederum viele Spielarten gibt, eben die Weinhefe, aber auch Bier- und Backhefen.                                                                     <\/li><li><strong>Reinzuchthefen<\/strong>  werden seit \u00fcber drei\u00dfig Jahren in gro\u00dfer Variationsbreite mit verschiedenen Geschmacksprofilen angeboten. Dieses Vorgehen bringt hohe Sicherheit bei der G\u00e4rf\u00fchrung und saubere, fruchtige und bek\u00f6mmliche Weine, die rasch trinkfertig sind. Daher ist die Verg\u00e4rung mit Reinzuchthefen heute weithin \u00fcblich. Leider war aber auch festzustellen, dass diese Weine weniger Individuelles zeigen und vergleichsweise rascher altern. So entstand erneut eine lebhafte Diskussion um die Spontang\u00e4rung und die sch\u00f6nen Geschmacksprofile, die durch sie im Laufe einer l\u00e4ngeren Reifung entstehen.                                                             <\/li><li><strong>Was n\u00fctzt es aber dem Winzer, wenn der spontan vergorene Wein zwar anders, daf\u00fcr aber Kunden nicht besser schmeckt?<\/strong> Hier mu\u00df der Winzer entscheiden, welchen Weg er gehen will.                                                                                                                                                      <\/li><li>Und unerfahren geht er ein Risiko ein, wenn das Erntegut nicht ganz gesund ist oder die hygienischen Bedingungen im Betrieb nicht penibel eingehalten werden. Als die Spontanverg\u00e4rung in Mode kam und die Winzer noch nicht so ge\u00fcbt waren, fand man in spontan vergorenem Wein h\u00e4ufig den sogenannten B\u00f6ckser. Dabei verursachen schwefelhaltige Verbindungen Fehlger\u00fcche nach faulen Eiern, Gummi oder Zwiebeln im\u00a0Wein. Auch L\u00f6sungsmittelgeruch, Essiggeschmack oder medizinische Noten k\u00f6nnen spontan vergorenen Wein ungenie\u00dfbar machen.                                                                                            <\/li><li>Die <strong>Weingilde<\/strong> kennt aus ihren vielen Verkostungsreihen diese Problematik und da sind schon viele heftige Diskussionen entstanden. Heute bekommen die Winzer aber Empfehlungen an die Hand, wie eine Spontanverg\u00e4rung besser gl\u00fccken kann, um das Risiko schlechter Weine zu minimieren.. Dazu geh\u00f6rt z.B. auch eine st\u00e4ndige \u00dcberwachung des G\u00e4rprozesses &#8211; wirklich spontan passiert dann im Keller aber nichts. <strong>Der Wein mu\u00df eine Geschichte erz\u00e4hlen<\/strong> mit dem Winzer, der Region, seinem Wachstum, seinem Boden und wenn alles stimmig ist, dann gehen Wein und Kunde eine Verbindung ein &#8211; egal, welche Hefe.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Quellen: bonvinitas, S\u00fcddeutsche Zeitung, Weinhalle, eigene Recherche<\/p>\n\n\n\n<p>     <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der letzten Weinverkostung der Weingilde mit Weinen aus der Region Nahe waren fast alle Weine spontan vergoren. Da tauchen mal wieder viele Fragen auf. Was ist Spontanverg\u00e4rung? Warum eigentlich? Schmeckt man das? 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