﻿{"id":57482,"date":"2021-05-27T15:19:50","date_gmt":"2021-05-27T13:19:50","guid":{"rendered":"https:\/\/weingilde-bergstrasse.de\/wordpress\/?p=57482"},"modified":"2021-05-28T09:59:04","modified_gmt":"2021-05-28T07:59:04","slug":"historischer-weinbau-chance-fuer-eine-regionale-wertschoepfung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weingilde-bergstrasse.de\/wordpress\/historischer-weinbau-chance-fuer-eine-regionale-wertschoepfung\/","title":{"rendered":"Historischer Weinbau &#8211; Chance f\u00fcr eine regionale Wertsch\u00f6pfung"},"content":{"rendered":"\n<p>Das nova-Institut und die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft haben sich im Rahmen von \u201eAgroBioNet \u2013 Wertsch\u00f6pfung mit alten Sorten und alten Rassen\u201c intensiv mit diesem Thema besch\u00e4ftigt, darunter auch mit alten Rebsorten.  Das Projekt wurde durch BMEL und BLE im Bundesprogramm L\u00e4ndliche Entwicklung gef\u00f6rdert. 21 praktische Beispiele sind in der Brosch\u00fcre des nova-Instituts zu finden unter dem Titel &#8220;Wertsch\u00f6pfung mit alten Sorten und alten Rassen&#8221;. Von alten Rinder- oder Schweinerassen \u00fcber historische Bier-, Brot- und Obstsorten bis zum Gem\u00fcse, aber eben auch alte Rebsorten. Leider sind viele Sorten und Rassen in den letzten Jahren verloren gegangen. Nimmt man sich ihrer wieder an, entsteht ein weites Feld an M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Produktinnovationen. Das w\u00fcrde dann zwangsl\u00e4ufig zu einer Image- und Markenbildung im Wettbewerb der Regionen f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei diesen vergessenen Sorten ist auch seit 1991 wieder der<strong> rote Riesling von der hessischen Bergstra\u00dfe <\/strong>dabei: Der <strong>Rote Riesling<\/strong> wurde bis ins 19. Jahrhundert angebaut und galt danach lange Zeit als verschollen. Oft als \u201eUr-Riesling\u201c bezeichnet, wird er in der \u201eRoten Liste der gef\u00e4hrdeten einheimischen Nutzpflanzen\u201c gef\u00fchrt. Heute werden rund 40 Hektar dieser alten Rebsorte wieder angebaut, davon 12 Hektar durch die \u201eBergstr\u00e4sser Winzer eG\u201c und 0,5 Hektar beim Weingut \u201eCorvers-Kauter\u201c im Rheingau. Die Rebsorte bildet nicht nur f\u00fcr die Genossenschaft sondern auch f\u00fcr die Region Hessische Bergstra\u00dfe ein wichtiges Identit\u00e4ts-Merkmal. Neben der hohen Qualit\u00e4t im Geschmack bietet der<strong> Rote Riesling<\/strong> Winzern weitere interessante Eigenschaften. Die alte Rebsorte ist robuster und kann wegen weniger F\u00e4ulnis rund eine Woche sp\u00e4ter geerntet werden als der wei\u00dfe Riesling. Sie wird daher auch als \u201e<strong>Klima-Riesling<\/strong>\u201c bezeichnet. F\u00fcr die Aromabildung und die geschmackliche Auspr\u00e4gung hat diese sp\u00e4tere Lese positive Effekte. Die S\u00e4ure wird auf Grund der bei hei\u00dfen Sommertemperaturen gr\u00f6\u00dferen Erw\u00e4rmung dunkler Beeren st\u00e4rker abgebaut und die Extraktwerte sind deutlich h\u00f6her als beim wei\u00dfen Riesling. <\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend in den Weinbaugebieten ab dem 19. Jahrhundert Reben sortenrein gepflanzt und gekeltert wurden, hat sich <strong>der alte historische Mischsatz in Franken<\/strong> bis in die heutige Zeit gerettet. Die Anbauform beruht auf bis zu 40 alten fr\u00e4nkischen Landsorten, die zum Teil in der \u201eRoten Liste der gef\u00e4hrdeten einheimischen Nutzpflanzen\u201c gef\u00fchrt werden. Der <strong>\u201eAlte Fr\u00e4nkische Satz\u201c<\/strong> ist in Bayern seit 2018 als eigene Sorte zugelassen. Rund 50 Winzer erzeugen diesen Wein heute auf etwa zehn Hektar Fl\u00e4che mit noch teilweise wurzelechten Reben, die bis zu 285 Jahre alt sind, oder mit Neupflanzungen. Die Weine mit ihrer besonderen Geschichte stehen f\u00fcr regionale Authentizit\u00e4t sowie Qualit\u00e4t und Vielfalt und erm\u00f6glichen den Winzern, sich von der Masse abzuheben. Eine genauere Untersuchung der Rebsorten f\u00f6rderte 2007 alte fr\u00e4nkische Landsorten wie Adelfr\u00e4nkisch, Heunisch, Vogelfr\u00e4nkisch, Hartblau, Gr\u00fcnfr\u00e4nkisch und Blauer K\u00f6lner sowie verschiedene Silvaner-Variet\u00e4ten zutage. Sie waren dort in der historischen Mischform, dem <strong>\u201eFrentsch\u201c oder \u201eFr\u00e4nkischen Satz\u201c <\/strong>angebaut worden, wie es vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert \u00fcblich war.<\/p>\n\n\n\n<p>Sowohl der rote Riesling wie auch der alte fr\u00e4nkische Satz waren schon mehrmals Thema bei Veranstaltungen der Weingilde und haben gro\u00dfen Anklang gefunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zisterzienser-M\u00f6nche des Walheimer Hofs bei Hahnheim, einem landwirtschaftlichen Au\u00dfenbezirk des Klosters Eberbach, haben bereits vor Jahrhunderten in der Region des Abthofs <strong>Gelben Orleans <\/strong>angebaut, so ist es in der Geschichte des kleinen rheinhessischen Weinorts Hahnheim \u00fcberliefert. Die hohe Qualit\u00e4t und der feine Geschmack des <strong>Orleansweins <\/strong>sind historisch \u00fcberliefert und best\u00e4tigten sich auch bei den Weinen des Abthofs. Im Anbau verf\u00fcgt der <strong>Gelbe Orleans <\/strong>\u00fcber interessante Vorteile. Dadurch dass der Wein etwa zwei Wochen sp\u00e4ter geerntet wird als andere Rebsorten, k\u00f6nnen die zunehmenden Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht zur Entwicklung des feinen, eleganten Aromas beitragen. Dar\u00fcber hinaus verf\u00fcgen die <strong>Orleans-Trauben <\/strong>\u00fcber recht feste Schalen, die sie im Sommer bei extremen Temperaturen sch\u00fctzen und im Herbst weniger pilzanf\u00e4llig machen. Durch diese Eigenschaften verf\u00fcgt der <strong>Gelbe Orleans <\/strong>\u00fcber Vorteile bei der Anpassung an die aktuellen klimatischen Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n\n\n\n<p>3 historische Rebsorten, die es verdienen, sich n\u00e4her mit ihnen zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: nova-Institut<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das nova-Institut und die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft haben sich im Rahmen von \u201eAgroBioNet \u2013 Wertsch\u00f6pfung mit alten Sorten und alten Rassen\u201c intensiv mit diesem Thema besch\u00e4ftigt, darunter auch mit alten Rebsorten. 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